Dienstag, 11. Juli 2017, 22:39 Uhr

Wer ist dieser Daddy Yankee, von dem alle reden?

Es ist der Sommerhit des Jahres. Überall auf der Welt tanzen die Menschen in Dauerschleife zu dem Chartstürmer „Despacito“. Aber wer ist eigentlich neben Luis Fonsi der Star des Song, Daddy Yankee (40)? Er ist sicher kein One-Hit-Wonder, denn in seiner Heimat Puerto Rico ist er schon seit über 20 Jahren ein Mega-Star.

Wer ist dieser Daddy Yankee, von dem alle reden?
Luis Fonsi & Daddy Yankee. Foto: Omar Cruz

Die Geschichte von Daddy Yankee beginnt 1977 auf der Karibik-Insel Puerto Rico. Der Inselstaat ist ein Außengebiet der USA und mehr als die Hälfte der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Dementsprechend herrscht in den Straßen der Hauptstadt San Juan viel Gewalt und Kriminalität. Eine Welt, mit der auch Daddy Yankee in Berührung kam. Denn eigentlich wollte der Latino-Superstar Baseball-Spieler werden.

Im Alter von 17 Jahren wurde er aber auf offener Straße am Bein angeschossen. Damit war die Sportkarriere natürlich abgehakt. Der Teenager entschloss sich damals, den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern von nun an seiner zweiten Leidenschaft, der Musik, nachzugehen. Und zwar mit Nachdruck, denn im gleichen Jahr wurde auch seine kleine Tochter geboren.

Zusammen mit seinem Kumpel DJ Playero zog er um die Häuser und versuchte seine selbst aufgenommenen Mixtapes unter die Leute zu bringen. Das war in den 90er Jahren. Genau zu dieser Zeit wurde auch das Musikgenre „Reggaeton“ geboren. Man weiß es nicht genau, aber eine der Legende sagt, dass die Musikrichtung damals in den Underground-Clubs von San Juan entstand, als die lokalen DJs Mash-Ups aus Hip Hop, Dance und Reggae-Songs mixten und damit die Leute zum Tanzen brachten. Das Genre wuchs und wuchs und DJ Yankee zählt heute als einer der Geburtsväter der Musikrichtung.

In Puerto Rico ist sein Einfluss wohl bekannt und jedes seiner fünf Alben erreichte dort Platinstatus (d.h. mehr als eine Millionen verkauft Exemplare).

Wer ist dieser Daddy Yankee, von dem alle reden?
Foto: Omar Cruz

Seinen ersten internationalen Erfolg feierte er aber erst 2004 mit dem Track „Gasolina“. Der Song schaffte es in 15 Ländern in die Charts und bis heute kennt jeder den Refrain des Megahits. Auch in Deutschland kletterte der Song bis auf Platz 7 und konnte sich von Ende Mai bis Mitte September 2005 insgesamt 17 Wochen in den Top100 halten.

Heute, über zehn Jahre später, ist er mit „Despacito“ feat. Luis Fonsi wieder weltweit an der Spitze der Charts. In den USA ist er seit nunmehr neun Wochen auf Platz 1 und hierzulande sogar schon seit elf Wochen. Außerdem schaffte er es, als erster Latino, der meist gehörte Künstler des Monats auf Spotify zu sein. Er stieß Ed Sheeran (26) von seinem Thron. Mit 44.771.508 zu 44.496.902 gewinnt er das Rennen zwar nur um 300.000 Zuhörer, aber knapp gewonnen, ist auch gewonnen.

Gegenüber der „Associated Press“, der größten US-Nachrichtenagentur, sagte der Künstler, dass dieser Erfolg nicht nur bahnbrechend für seine eigene Karriere sei, sondern auch für die Musikindustrie: „Die digitale, musikalische Revolution hat die Welt vereint und das ist der Beweis dafür. Wir sitzen alle im selben Boot ohne Labels und ohne Vorurteile.“

Na ja, fast. Denn der Song „Despacito“ schaffte es eigentlich nur mit Hilfe von Justin Bieber (23) international in die Charts. Die rein spanische Version schaffte es nämlich nicht in die US-Charts und konnte sich nur in den lateinamerikanischen Ländern durchsetzen. Zu der Kollaboration mit Justin kam es übrigens nur durch einen sehr glücklichen Zufall. Der Pop-Star war gerade mit seiner „Purpose“-Tour in Kolumbien, als er den Song zufällig in einem Klub hörte. Er gefiel ihm so gut, dass er auf Daddy Yankee zuging und diesen nach einem Feature-Remix fragte. Einmal draußen ging das Ding durch die Decke. Der Rest ist Gegenwart und schon Geschichte. (LK)

Wer ist dieser Daddy Yankee, von dem alle reden?
Foto: WENN.com