Dienstag, 18. Juli 2017, 5:43 Uhr

George und Charlotte: Die Geheimwaffen der Queen

Prinz William und Kate Middleton wurden zu Beginn ihrer fünftägigen Europa-Reise in Polen herzlich empfangen. In London macht man sich angesichts der Brexit-Querelen Sorgen um den Ruf des Landes – der Besuch von Royals samt Kindern soll Abhilfe bringen.

Zwei Tage lang sind die britischen Royals in Polen zu Gast – zunächst in der Hauptstadt, anschließend in Danzig – bevor es bei der zweiten offiziellen Auslandsreise samt Nachwuchs Prinz George (3) und Prinzessin Charlotte (2) am Mittwochmorgen (19.7.) weiter nach Deutschland geht.

Dass die Kinder mitkommen, war eine kurzfristige Entscheidung. Denn George und Charlotte gelten als Geheimwaffen der Queen: Der Prinz verzückte vor drei Jahren selbst monarchiemüde Australier und Neuseeländer. In Europa hofft man nach den Brexit-Querelen nun auf einen ähnlichen Effekt, wie es heißt. Die Herzen der Polen haben George und Charlotte zumindest längst erobert. Wie auf Bildern bei Twitter zu sehen war, richteten Mitarbeiter den Belvedere-Palast, in dem die Familie wohnen wird, mit Spielsachen, einem Tipi-Zelt und bunten Rutschen extra für die Kleinen her.

Der Ruf der Briten hat bei den Polen seit dem Brexit-Votum gelitten. Mit fast einer Million bilden sie die größte Gruppe der EU-Ausländer im Vereinigten Königreich. Als Polen 2004 der EU beitrat, reisten sie auf der Suche nach Arbeit ein. Eine strengere Kontrolle über die Einwanderung von EU-Bürgern war eines der Hauptthemen im Wahlkampf vor dem Referendum über den Austritt.

Schon kurz nach dem Votum fanden sich in mehreren britischen Städten rassistische Schmierereien, Polen wurden als „Parasiten“ beleidigt, die Zahl der fremdenfeindlichen Übergriffe stieg. Zudem sind viele auf den Inseln lebende Polen verunsichert, ob sie nach dem EU-Austritt werden bleiben können. Denn wie der Brexit im Detail abgewickelt wird, ist noch Gegenstand langwieriger Verhandlungen. (dpa)