Sonntag, 30. Juli 2017, 17:11 Uhr

"Wunderwelt": Elektro-Pop-Punk vom Parkplatz

Frischware aus deutschen Landen: „Freiheit = Gold (Hey Boy!)“ ist die erste Veröffentlichung von Wunderwelt: zur Begrüßung gleich mal ein Track auf die Zwölf, der den aktuellen Zeitgeist trifft: „Tu einfach das, worauf du gerade Lust hast! Mach dich frei von Konventionen und gesellschaftlichen Fesseln! Sei frei!“

"Wunderwelt": Elektro-Pop-Punk vom Parkplatz
Foto: Chris Gonz

„Das fand ich an Pop schon immer gut“, sagt Philipp Sander, „wenn er dir sagt, wo’s langgeht.“ Eine erste EP mit weiteren selbstgeschriebenen Songs folgt im Herbst, aber jetzt ist erstmal diese Single da, dieser Elektro-Pop-Punk vom Parkplatz, mit dicker Pulle und Gier auf das Leben: „Hey Boy! Freiheit ist Gold für mich!“ Das Gemeine daran ist: Weil dich dieser Electro-Pop-Punk-Song so eiskalt abblitzen lässt, kannst du gar nicht genug davon bekommen.

Der Clip erinnert an ein Heimvideo aus den 80ern und auch die Musik besitzt den Sound dieser Dekade: Das ist Pop. Das ist elektronisch. Das ist Punk, weil Melissa den Bedenkenträgern eins auf die Mütze gibt. Für einen Moment klingt sie, als habe sie wirklich Mitleid: „Oh boy, oh boy, oh boy…“ Dann kommt der Deichkind-artige Beat zurück. Die Botschaft lautet: Leg’ dich nicht mit meinem Freiheitsdrang an, diesen Kampf wirst du verlieren.

Die Story um Wunderwelt startete mit einer Band, die sich gerade aufgelöst hatte. Phillipp Sander und Klaus Hirdina empfanden das Ende ihrer alten Gruppe aber als gar nicht schlimm, sie hatten eh Bock, unkonventionellere und elektronischere Musik zu machen. Sängerin wäre wichtig. Von früher erinnerte sich Philipp an seine ehemalige Mitschülerin Melissa Rohrer, er hatte sie in der Aula in einem Musical gesehen. „Das waren diese klassische Schulaufführungen, wie man sie kennt“, sagt er. „Aber Melissa ist extrem positiv herausgestochen.“

Kurz danach sitzt sie mit den beiden Jungs zusammen, ohne einen blassen Schimmer davon zu haben, was diese von ihr als Sängerin wollten. Also legte sie los: spontan, mit direkter Ansprache. „Ich wusste ja, dass sie super ist“, sagt Philipp – und wundert sich doch: „Aber das sie so gut zu uns passt…“

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"Wunderwelt": Elektro-Pop-Punk vom Parkplatz
Foto: Chris Gonz