Freitag, 04. August 2017, 18:40 Uhr

Scooter: Trotz Warnungen spielen sie auf der Krim

Für Konflikte mit der Politik sind Scooter weniger bekannt. Die Band um Frontmann H.P. Baxxter könnte jetzt aber trotzdem mit dem Gesetz Probleme bekommen. Alles nur für die eigene PR?

Die deutsche Technokapelle ist trotz Warnungen der Ukraine zu einem Konzert auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim gereist. Es sei ein guter Flug gewesen, sagte Frontmann H.P. Baxxter bei der Ankunft in Simferopol in der Nacht zum Freitag. Heute Abend sollte die Band („How Much is the Fish“) bei dem Rockfestival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol auftreten, berichteten russische Agenturen.

Die Ukraine lässt Künstler nicht mehr einreisen, die seit 2014 auf der Krim aufgetreten sind. Das hatte vor dem Eurovision Song Contest in Kiew im Mai auch die russische Kandidatin Julia Samoilowa erfahren müssen. Außerdem betrachtet die Ukraine Reisen auf die Krim über Russland als Verletzung ihrer Grenzen. Bei Bekanntwerden der Reise im Juni wiesen die Kiewer Behörden die Band darauf hin, dass dies Strafen bis zu acht Jahren Haft nach sich ziehen könne.

Die Band und ihr Management hatten damals erklärt, sie hielten die Reise für völlig unpolitisch. „Wir sehen das als rein musikalisches Event, wir spielen für unsere Fans“, sagte Scooter-Chef Baxxter. Ein aktuelles Statement gibt es nicht. Dafür ging auf der Scooter-Facebook-Seite heute Abend ein Post online, der für eine Doppel-CD warb. (dpa/KT)