Dienstag, 08. August 2017, 21:36 Uhr

Jürgen Vogel wird als "Ötzi" gefeiert: Hier sind erste Filmclips

Jürgen Vogel begeistert auf dem 70. internationalen Filmfestival Locarno in „Iceman“ („Der Mann aus dem Eis“) als Steinzeitmann Ötzi. Damit setzt das deutsche Kino einen weiteren Glanzpunkt am Lago Maggiore. Doch die Konkurrenz ist erfreulich stark.

Jürgen Vogel wird als "Ötzi" gefeiert: Hier sind erste Filmclips
Foto: Port au Prince Pictures GmbH

Mord in der Steinzeit, auseinanderbrechende Familien in der Gegenwart, Einsamkeit, Lebensangst, Konkurrenzdruck: das Publikum des 70. Internationalen Filmfestivals in Locarno ist oft starkem Tobak ausgesetzt. Der deutsche Schauspielstar Jürgen Vogel („Quellen des Lebens“) rauft und mordet sich beispielsweise durch die Steinzeit.

In „Iceman“ spielt Jürgen Vogel den als „Ötzi“ bekannt gewordenen Steinzeitmenschen, dessen mumifizierte Leiche 1991 nach mehr als 5000 Jahren aus dem Eis der Ötztaler Alpen in Südtirol geborgen wurde. Der spannungsgeladene Film von Autor und Regisseur Felix Randau („Die Anruferin“) erzählt eine erfundene Geschichte um den Tod des Mannes.

Das aufwändige Historienepos fasziniert weniger mit der an zahllose Western erinnernden Story um Rache und Vergeltung, als durch die Rekonstruktion des Lebens vor Jahrtausenden. Der Film erreicht eine große emotionale Intensität, was vor allem dem wuchtigen Spiel von Jürgen Vogel zu verdanken ist.

Und er beeindruckt auch damit, dass mit dem Blick zurück aktuelle Fragen gestellt werden: Was macht die Würde des Menschen aus? Wie können Menschen unterschiedlichster Herkunft wirklich miteinander leben? Worin liegt der Sinn des Lebens? „Iceman“ gehört zum Programm der abendlichen Freiluftaufführungen auf der Piazza Grande von Locarno für oft mehr als 8000 Zuschauer. Am Wettbewerb um den „Goldenen Leoparden“ nimmt er nicht teil. Er hat aber die Chance, den begehrten Publikumspreis zu gewinnen.

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Foto: Port au Prince Pictures GmbH

Die Konkurrenz ist allerdings stark. Gut im Rennen um den Publikumspreis liegen ebenfalls der zweite deutsche Piazza-Beitrag „Drei Zinnen“, das französische Drama „Lola Pater“ und die italienische Komödie „Liebesgeschichten, die nicht von dieser Welt sind“.

Auch im Wettbewerb um den Hauptpreis, den „Goldenen Leopard“, gibt es mehrere hoch gehandelte Filme. Was für die Qualität des Festivals spricht.

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Kelab (Jürgen Vogel) nimmt Abschied von seinem Kind Rasop (Paula Renzler). Foto: Port au Prince Pictures GmbH

Leoparden-Favorit vieler Besucher ist die melancholische Komödie „Lucky“ aus den USA. Aber auch das formal ungewöhnliche Familien-Drama „Freiheit“ aus Deutschland und das düstere französisch-portugiesische Gesellschaftspanorama „9 Finger“ werden hoch gehandelt. Hingegen gelten Johanna Wokalek in „Freiheit“ und Harry Dean Stanton in „Lucky“ bisher unangefochten als Favoriten für die Auszeichnungen als beste Schauspieler. Die Jury gibt ihre Entscheidungen am 12. August bekannt. (Peter Claus, dpa)

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Ditob (Franco Nero) wappnet sich. Foto: Port au Prince Pictures GmbH

Mehr zu „Der Mann aus dem Eis“: Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab (Vogel) obliegt es, den heiligen Schrein zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau und sein Sohn. Auch das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel – Vergeltung!

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Foto: Port au Prince Pictures GmbH

Kelab folgt den Spuren der Täter. Auf seiner Odyssee durch das Gebirge ist er den Gefahren der Natur ausgesetzt. Ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie, sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Drang nach Rache nachgeben und selbst vom Opfer zum Täter? Oder gelingt es ihm, den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen? Kinostart ist am 30. November 2017.