Mittwoch, 09. August 2017, 21:30 Uhr

Jens Hilbert bei "Promi Big Brother": "Ich habe Angst"

Jens Hilbert (39) gilt als „der schrille beste Freund der Promi-Ladies“ (Bunte-Sprech). Kein Wunder: er ist schwul, offenbar sehr reich und dreht weitaus weniger am Rad als andere seiner Liga. Und: er spendet sein Honorar für die Teilnahme bei „Promi Big Brother“!

Jens Hilbert bei "Promi Big Brother": "Ich habe Angst"
Foto: SAT.1/Arne Weychardt

Der „Hairfree“-Unternehmer, der in einem 600-Seelen-Kaff im Odenwald aufwuchs, hat jedenfalls Respekt vor seinem Einzug bei „Promi Big Brother“: „Ich kann ganz klar sagen: Ich habe Angst. Würde mich Heidi Klum für den GNTM-Jury-Job anfragen, hätte ich den ganzen Tag ein Strahlen auf den Lippen, weil ich weiß, ich kann in dem Format in keiner Weise scheitern. Der karitative und Charity-Gala veranstaltende Boss Jens hat ein tolles Image erreicht. Aber der kleine Jens innendrin, der immer mal wieder mit den Selbstzweifeln zu kämpfen hat, besteht der auch in Jogginghose und T-Shirt, wenn er drei Tage wenig Essen hatte?“ Tja, das ist die Frage.

Mit SAT.1 sprach „Jensi“ über den bevorstehenden Einzug in das Irrenhaus. Hier ein Auszug.

Warum ziehst Du ins „Promi Big Brother“-Haus ein?
Da ich meine Gage spende, auf jeden Fall schon mal nicht des Geldes wegen. Mir geht es im Haus um Selbstverwirklichung und darum, mich zu überprüfen. Früher war ich der schwule Junge vom Lande, der als Kind wenig Anschluss zu anderen Menschen hatte und Zuflucht bei den Tieren gesucht hat. Mit 20 Jahren dachte ich, ich krieg gar nichts auf die Reihe. Dann habe ich in zehn Jahren aus dem Stand eine Unternehmensgruppe mit 500 Mitarbeitern aufgebaut. Aber wie funktioniere ich im Team, wenn ich auf Augenhöhe mit elf Egos mit einem Rucksack voller Prägungen zusammenkomme? Wie reagiere ich, wenn ich in einer Extremsituation scheitere? Wie gehe ich damit um, wenn ich mich mal wieder in einer Situation der Ausgrenzung befinde? Kriege ich heute schneller die Kurve? Das sind alles Dinge, in denen ich mich persönlich weiterentwickeln kann.

Wie bereitest Du Dich auf die zwei Wochen „Isolation“ vor?
Tatsächlich kommen jetzt gerade alle Fragen auf: Das Thema Psychologie, wie gehen die Leute mit einem um, was ist mit Respekt, mit Fairness, mit Wertschätzung? Was passiert in Konfliktsituationen? Dazu kommt, dass ich noch nie zwei Wochen komplett von meinem Unternehmen abgeschnitten war. Selbst im Urlaub lese ich gerne mal E-Mails oder bin telefonisch erreichbar. Im Moment sind meine Gefühle ein wenig zwiegespalten.

Jens Hilbert bei "Promi Big Brother": "Ich habe Angst"
Foto: SAT.1/Arne Weychardt

Wie stellst Du Dir das Leben unter 24-Stunden-Beobachtung vor?
Ich habe noch keine Vorstellung. Ich denke jetzt schon darüber nach, wenn ich vor dem Spiegel stehe und einen Pickel ausdrücke – ach du Scheiße, müssen das jetzt Millionen Leute sehen? Hoffentlich bekomme ich keinen Mitesser. Und dann denke ich wieder, wir haben größere Probleme im Leben. Nach zwei bis drei Tagen wird die Fassade sowieso fallen. Davor habe ich ein Stück weit Angst, aber ich bin mit meinen Ängsten im Leben bisher immer gut umgegangen und habe dann die Nummer gerockt.

In welcher Situation wärst Du lieber unbeobachtet?
Beim Popeln oder Furzen – keine Ahnung (lacht)! Meine Peinlichkeits-Grenze ist tatsächlich sehr niedrig, auch wenn man das von mir nicht glaubt. Ich bin recht uneitel und habe auch keinen Stress, mal drei Tage nicht zu duschen. Solange ich etwas Deo drüber sprühen kann ist alles okay – ich komme ja vom Land (lacht).

Was brauchst Du im täglichen Leben, um Dich wohlzufühlen?
Cola Zero, Käsebrot, Haribo Phantasia, mein Kissen, das ich seit 20 Jahren in jedes Hotel mitschleppe, und meine Halsschmerztabletten, weil meine Mandeln eigentlich operiert werden müssten und ich ständig Halsschmerzen habe.

Jens Hilbert bei "Promi Big Brother": "Ich habe Angst"
Foto: SAT.1/Arne Weychardt

Welche Eigenschaften bringst Du in die „Hausgemeinschaft“ mit ein?
Ich bin ein Stratege. Ich habe gerne Struktur, Ordnung, Klarheit und bin aus meiner Sicht rhetorisch stark. Ich kann gut zuhören, ich kann gut Rat geben, ich kann gut Mediation und Konfliktmanagement. Und ich kann ein guter Menschenfreund sein: Bei mir können die Leute einfach mal ihr Herz ausschütten, und ich renne nicht gleich zum nächsten und erzähle alles weiter.

Womit kann man Dich im täglichen Zusammenleben auf die Palme bringen?
Hintergehen, Illoyalität, Respektlosigkeit, kein Fairnessgefühl, Uneinsichtigkeit. Und wenn man nach einer Auseinandersetzung nicht wieder respektvoll, konstruktiv und sachlich aufeinander zugeht. Konflikte gibt es. Aber ich bin jemand, der sich entschuldigen und es dann wieder gut sein lassen kann.

Wie reagierst Du in Konfliktsituationen?
Wenn ich mich bedroht und ausgegrenzt fühle oder wenn das Gefühl von Fairness fehlt, gehe ich manchmal zu schnell in die Dominanz und verteidige mich. Das kommt aus meiner Vergangenheit. Da werde ich dann auch mal unsachlich, komme aber normalerweise relativ schnell wieder von meinem Trip runter und versuche die Wogen zu glätten.

Jens Hilbert bei "Promi Big Brother": "Ich habe Angst"
Foto: SAT.1/Arne Weychardt

Mit wem würdest Du nur ungern das Haus teilen und warum?
Mit bösen Menschen.

Dein Unternehmen Hairfree befreit Leute von Ihren Körperhaaren. Welche Haare gehen für Dich gar nicht und wo dürfen Haare wachsen?
Jeder wie er mag! Wenn ich jetzt sagen würde, Uli hat ein paar Haare auf der Brust, würden wahrscheinlich ein paar Mitarbeiter kollabieren. Aber ich bin so speziell als Mensch, dass ich bei haarigen Themen auch hier und da eine andere Meinung habe. Gerade haben wir ganz viele Männer, die Bartkorrekturen machen. Ich persönlich finde einen Dreitagebart total sexy. Number One bei Männern ist übrigens Intimenthaarung, weil die Frauen es beim Sex geiler finden.

Warum spendest Du Deine „Promi Big Brother“-Gage, wie eingangs erwähnt?
Da ich so viel im Leben für mich erreicht habe, gebe ich auch viel zurück in Form von karitativen Projekten. Mir geht es sehr gut – besser als den meisten Menschen auf dieser Welt. Es ist für mich eine große Ehre, an „Promi Big Brother“ teilzunehmen. Da der Umsatz gar nicht kalkuliert war, wie der Kaufmann in mir sagen würde, möchte ich die Gage gerne spenden.

An wen geht die Spende?
Die Spende geht an „Ein Herz für Kinder“. Das ist für mich ein sehr, sehr seriösesUnternehmen, bei dem ich weiß, dass jeder Cent ankommt. Wir legen gerade gemeinsam fest, für welches Projekt das Geld eingesetzt wird.