Sonntag, 13. August 2017, 16:54 Uhr

TV-Promis Pro & Contra (28): Horst Lichter

Horst Lichter wird heute Abend in festlichem Rahmen Raritäten präsentieren. Durch die 20:15-Uhr-Show von „Bares für Rares“ im ZDF führt er mit Steven Gätjen.

TV-Promis Pro & Contra (28): Horst Lichter
Foto: ZDF/Frank Dicks

Lichter wird als Kind eines Bergmannes in Rommerskirchen geboren. Mit 14 beginnt er in der „Alten Post“, einem Hotel-Restaurant, eine Ausbildung als Koch. Nach Stationen in Mönchengladbach und Köln kehrt er dem Gewerbe den Rücken, da er den harschen Ton in der Küche verachtet und das ausschließliche Gewinnstreben ablehnt. Schließlich entscheidet er sich für einen Job in einer Brikettfabrik, als Arbeiter. Neben den Schichten im Bergbau ist er aufgrund finanzieller Engpässe gezwungen, seine Kräfte zusätzlich auf einer Schrottfabrik einzusetzen.

1990 eröffnet er in einem ehemaligen Tanzsaal eine Gaststätte, die Jahr um Jahr bekannter wird. Diese spätere „Oldiethek“ ist geprägt durch die Sammelleidenschaft von Horst Lichter; Autos, Motorräder, Kitsch und Trödel sind dort ausgestellt. Vor den Augen der Gäste werden Speisen in einem flämischen Kohleofen zubereitet.

Mit dem Fernsehen kommt er in Kontakt, als der WDR einen Beitrag über besagtes Restaurant dreht. Es folgt ein Auftritt in Johannes B. Kerners freitäglicher Kochsendung. Schnell wächst die Beliebtheit des Spitzbartträgers. Er erhält eigene Engagements, etwa als Moderator der Show „Lafer! Lichter! Lecker!“, in der „Küchenschlacht“ oder bei „Topfgeldjäger“.

Der Humor ist Lichters Stärke – deswegen startet er ein Bühnenprogramm mit dem Namen „Sushi ist auch keine Lösung“ und tourt damit durch Deutschland. Ein großer Erfolg. Genauso wie seine Nachmittags-Reihe „Bares für Rares“, in der verborgene Schätze aus den Speichern Deutschlands Händlern vorgeführt werden.

TV-Promis Pro & Contra (28): Horst Lichter
Horst Lichter und Steven Gätjen. Foto: ZDF/Frank Dicks

Horst Lichter ist menschlich wie kaum ein anderer Moderator im deutschen Fernsehen. Bei „Kessler ist …“ kamen ihm im Zwiegespräch mit sich selbst Tränen. Wer die Biografie des Rheinländers, „Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott: Die zwei Leben des Horst Lichter“, gelesen hat, weiß warum; das Leben meint es nicht immer gut mit ihm. Schicksalsschläge – zwei Schlaganfälle sowie der Tot eines Kindes – machen ihn vermutlich zu der sensiblen, herzlichen Person, die wir heute kennen. Und der wir den Erfolg gönnen. Sicherlich verzeihen wir ihm damit auch spielend, dass er sich teils inflationär busselnd und duzend durch seine Formate laviert.

Unsere Wertung:

Charme: 7 von 10 Punkten
Witz: 7 von 10 Punkten
Einzigartigkeit: 9 von 10 Punkten

Fazit: Lichter lebt von seiner Glaubwürdigkeit. Viele Menschen können sich mit seiner emotionalen, aber doch sympathischen und geerdeten Art identifizieren. Interessant macht ihn ferner sein Interesse an Oldtimern und kulinarischen Themen. Damit ist er vielseitig einsetzbar.