Montag, 14. August 2017, 18:10 Uhr

"MacGyver" mit Lucas Till: Ende der ersten Staffel - und nun?

Das Fernsehen der 80er Jahre hat einige Figuren hervorgebracht, denen später wieder Leben eingehaucht wurde: „MacGyver“ ist einer von ihnen. Sat.1 hat die Serie gezeigt und gibt sich zufrieden.

"MacGyver": Ende der ersten Staffel mit Lucas Till - und nun?
Foto: IPA/WENN.com

Die Renaissance der 80er Jahre ist an diesem Montag erstmal vorbei. Zumindest bei Sat.1 und beim Actionhelden „MacGyver“. Nach 21 Folgen hat der Kämpfer für die Gerechtigkeit bewiesen: Er verkauft sich solide, aber in den Schatten hat er das Original, von dem ab 1985 139 Episoden hergestellt wurden, auch nicht gerade. Ab 20.15 Uhr zeigt Sat.1 die letzten beiden Folgen der ersten Staffel.

Im Durchschnitt schalteten seit dem Start am 19. Juni 1,83 Millionen Zuschauer jedes Mal ein – damit erreichte der Privatsender jeweils einen Marktanteil von 6,6 Prozent. Mit 10,2 Prozent beim jüngeren Publikum lag Sat.1 sogar etwas über dem Schnitt und zeigt sich daher zufrieden. In den USA wird mittlerweile die zweite Staffel „MacGyver“ mit Hauptdarsteller Lucas Till gedreht. Gut möglich, dass auch die neuen Geschichten künftig bei Sat.1 zu sehen sein werden.

Im Show-down-Finale muss MacGyver die Beine in die Hand nehmen und vor den Handlangern seines Feindes Murdoch fliehen. Es stellt sich die große Frage: Kann der trickreichste aller Actionhelden das Team der Phoenix Foundation vor den Racheplänen Murdochs retten? Es riecht geradezu nach einem explosiven Show-down. Und wer eins und eins zusammenzählen kann, darf getrost davon ausgehen, dass auch dieses Mal das Gute siegen wird – sonst gäbe es ja kaum eine Fortsetzung.

Neuauflagen haben immer ein Problem: Sie werden an ihrem Vorbild gemessen und müssen oft heftige Kritik einstecken. Nach der Deutschland-Premiere traf der Ärger der Fans vor allem den Hauptdarsteller Till (27), der bei seinem Debüt mit 26 Jahren neun Jahre jünger war als damals das Original Richard Dean Anderson, der heute 67 Jahre alt ist. „Die neue Serie zu #MacGyver ist jung, frisch, frech und etwas anders als das Original, aber sie gefällt mir“, lobte der Twitterer „Schattenwolf“ – aber das war die Ausnahme.

Denn viele andere Fans träumten noch von den echten Achtzigern: „Und irgendwo sitzt Richard Dean Anderson in einer dunklen Ecke und weint leise vor sich hin… #MacGyver“, schrieb „Marc“ auf Twitter. „Richard Dean Anderson bringt sich um, nur um sich dann im Grab rumzudrehen wegen dieser Verschandelung. #MacGyver“, meinte „Carsten Sinß“. Oder: „#MacGyver geschaut. Mache ich nimmer. Tipp – Was vor 30 Jahren toll war sollte man ruhen lassen. Gilt für Serien und Liebschaften“, meinte „RobertS“. Und: „Hätte man der Serie nicht einen anderen Namen geben können? So ist es Leichenschändung!“ – Das war die Meinung von „Grüner Klee“.

Dabei hatte sich Lucas Till als neuer MacGyver wirklich um Authentizität bemüht, abgesehen vom Haarschnitt, der früher vorne kürzer und hinten länger war, und vom Alter: Seine Waffe ist ein Schweizer Taschenmesser. Sein Beruf ist von der Definition her irgendwo zwischen Wissenschaftler, Bombenexperte und Geheimagent anzusiedeln. Auch Figuren wie Bösewicht und Verwandlungskünstler Murdoch (David Dastmalchian) oder „Macs“ Partner Jack (George Eads) und Nikki (Tracy Spiridakos) sind aus der Originalserie bekannt.

Auch andere Helden der achtziger Jahre haben es dank des Kopierwerks Fernsehen mal wieder auf den Bildschirm oder ins Kino geschafft – der Nachhall auf ihr Comeback hielt sich ebenso in Grenzen: So retteten Hannibal, Face, B.A. und Co. schon 2010 als „A-Team“ wieder mal mit coolen Sprüchen und Zigarre im Mund die Welt. 2017 kam auch „Baywatch“ Jahre nach dem Ende als TV-Serie als Kinofilm zurück. Roseanne Barr soll 2018 wieder als „Roseanne“ mit ihrer Familie die Widrigkeiten des Arbeiterlebens ausdiskutieren.

Lauren Graham und Alexis Bledel waren 2016 wieder als „Gilmore Girls“ zu sehen, und ebenfalls seit 2016 können Fans Gillian Anderson und David Duchovny wieder dabei zusehen, wie sie in „Akte X“ für das FBI nach Außerirdischen suchen. Und nicht zu vergessen, weil schon die Vorarbeit sehr ambitioniert war: Nach 26 Jahren feiern die Feinschmecker seit Mai dieses Jahres die langersehnte Fortsetzung von David Lynchs und Mark Frosts „Twin Peaks“.