Dienstag, 15. August 2017, 17:20 Uhr

"Tigermilch" im Kino: Filmkritik und Gewinnspiel

Alkohol, Drogen und Entjungferung – so stellen sich die beiden 14-jährigen Nini und Jameelah im Film „Tigermilch“ ihre Ferien vor. Ein Mord stand nicht auf ihrer Liste, doch der bringt das gesamte Lebensgefühl zwischen Kindheit und Ernst des Lebens ins Wanken.

"Tigermilch" im Kino: Filmkritik und Gewinnspiel
Foto: Constantin Film

Teenager sind oft unerträglich, launisch, für Eltern unberechenbar. Gleichzeitig stecken sie voller Energie, sind kreativ, testen sich und die Grenzen ihrer Umwelt aus, um sie mit Freude zu überschreiten. Auch das Drama „Tigermilch“ beschäftigt sich mit diesen Grenzen – und zeigt ein sehr dramatisches Bild von Jugendlichen in Berlin und ihren Problemen beim Erwachsenwerden.

„Tigermilch“ erzählt von den wilden Sommerferien zweier 14-jähriger Mädchen, die sich nahezu ungestört von ihren Eltern austoben. Alkohol und Drogen gehören zum Alltag von Nini (Flora Li Thiemann, „Sputnik“) und Jameelah (Emily Kusche, „Das kleine Gespenst“) – nun soll auch der erste Sex folgen. Die beiden Freundinnen treiben sich auf Parties und dem Straßenstrich herum und folgen jederzeit Jameelahs Motto: „Wir müssen üben für später“. In den unbeschwerten Sommer mischen sich aber ernste Probleme. Denn als die Mädchen einen Mord in der Nachbarschaft beobachten, ist es mit Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll vorbei. Die beiden stehen plötzlich vor einer harten Bewährungsprobe für ihre Freundschaft.

Der Film macht diesen Stimmungswandel mit einer Vollbremsung deutlich. Denn er beginnt – und das bleibt lange in Erinnerung – als rauschendes Fest mit zerstörtem Wohnzimmer, Katerstimmung und viel, viel Alkohol. Das Lieblingsgetränk der beiden Mädchen ist dabei eine Mischung aus Milch, Maracujasaft und Weinbrand – eben Tigermilch.

„Viele Eltern können sich bestimmt nicht vorstellen, dass ihre Kinder so etwas machen“, glaubt Hauptdarstellerin Thiemann. Doch sieht so wirklich das Leben der 14-Jährigen in einer Großstadt wie Berlin aus?

Teenager sind rebellisch, unvernünftig und erwachsen zugleich, auch der erste Rausch ist meist nur eine Frage der Zeit. Aber Alkohol, Drogen und ein Trip auf den Straßenstrich gehören wohl kaum zum Alltag der Jugend von heute. Sie wolle einen Diskussionsanstoß geben, sagt Regisseurin Ute Wieland (60, „FC Venus“) – und wählt dafür eine sehr drastische und sicher keine typische Situation in Berlin aus.

"Tigermilch" im Kino: Filmkritik und Gewinnspiel
Foto: Constantin Film

Diskutiert werden kann über die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stefanie de Velasco (2013) daher reichlich, gleichzeitig fehlt dem Werk die Ausgewogenheit. Die beiden „Rotzgören“ finden sich mit ihrem für ihr Alter untypischen Verhalten in Berlin viel zu gut zurecht, das Motto „In der Nacht sind wir die Könige“ dröhnt den Zuschauern mehr als einmal in den Ohren. Konsequenzen gibt es nicht, die beiden Mädchen wirken stattdessen wie die Helden ihrer Generation.

Abseits davon zeigen Nini und Jameelah den Zuschauern in dem gelungenen Drama ums Heranwachsen, wie schwierig und gleichzeitig schön Freundschaften von Teenagern sind. Wie viel Energie in einem steckt, wenn man gerade dabei ist, erwachsen zu werden. Und wie schön es wäre, niemals vernünftiger zu werden.

"Tigermilch" im Kino: Filmkritik und Gewinnspiel
Foto: Constantin Film

Vor allem Flora Li Thiemann schafft es, den inneren Konflikt einer 14-Jährigen zwischen junger Frau, draufgängerischem Teenie und manchmal unsicherem Mädchen in einer Person überzeugend auf die Leinwand zu bringen. Dass Thiemann und auch ihre Filmfreundin Emily Kusche selbst 14 Jahre und gebürtig aus Berlin sind, hat dabei sicher nicht geschadet.

Und so ist „Tigermilch“ ein sehenswerter Film für Teenager – und auch für Erwachsene. Letzteren rufen die beiden Rebellinnen in ihrem Stadium zwischen Kindheit und Ernst des Lebens aufrüttelnd zu: „Ich glaube, Erwachsene sind gar nicht richtig lebendig.“ (Fabian Nitschmann, dpa)

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