Mittwoch, 16. August 2017, 21:23 Uhr

"Promi Big Brother": Ex-Macher übt heftige Kritik

Der ehemalige ‚Promi Big Brother‘-Macher rechnet mit der Show ab und übt heftige Kritik. Am 11. August startete die neue Staffel bei Sat. 1 und schnell fiel auf, dass die Promi-WG die hohen Erwartungen derzeit nicht erfüllen konnte.

"Promi Big Brother": Ex-Macher übt heftige Kritik
Willi Herren ist genervt und will raus. Foto: SAT.1

Nun äußerte sich der ehemalige Geschäftsführer der Produktionsfirma ‚Endemol‘ und Vater von ‚Big Brother Deutschland‘, Borris Brandt, in einem Statement auf Facebook dazu – und fällte ein hartes Urteil. „OMG, what a mess! Eine sehr gute Grundidee, mit toller Arena und gutem Haus, die am tragischen Cast, aber vor allem am 1999-Style und 08/15-Storytelling scheitert!“. Das schrieb er auf der Facebook-Seite von ‚Big Brother – alles zu unserem Lieblingsformat‘.

Seine Einschätzung über die aktuelle Staffel von Promi Big Brother fiel nahezu vernichtend aus: „Keine emotionale Entwicklung, weder die positive noch die negative Richtung wird zu Ende erzählt. Wenn die Psycho-Olbert ‚Dumme Sau‘ zu Sarah sagt, wird es berichtet, aber nicht auserzählt.“

Hier exklusiv ein Statement von Borris Brandt, ehemaliger Geschäftsführer von Endemol und "Vater" von Big Brother...

Posted by Big Brother - alles zu unserem Lieblingsformat on Montag, 14. August 2017

Dabei stellte Brandt auch eindeutig heraus, dass das wichtigste Bindeglied zwischen dem Format und den Fans der ‚Big Boss‘, die Stimme der Show, sei. Die würde jedoch in jeder Folge viel zu kurz kommen. „Leider ist für die Macher von ‚Big Brother‘ (die Stimme) selbst nur der verlängerte Arm einer flachen, bösartigen Redaktion, die eigentlich foltern, unterdrücken und quälen, aber nicht unterhalten will“, so seine harten Worte.

Außerdem regte sich der engagierte Fernsehmacher darüber auf, dass keine Rücksicht darauf genommen werde, was die Zuschauer fühlen und erwarten: „Sie haben ihr eigenes Format nicht verstanden und bauen auf billige Effekte statt auf Menschen, Gefühle und Geschichten. Handwerklich ganz schlecht produziert und erzählt.“

In der Tat gibt es nicht nachzuvollziehende Zeitensprünge in den Tageszusammenfassungen (TZF). Mal sind die Bewohner, die längst im Luxusbereich sind, plötzlich wieder im ‚Nichts‘-Bereich und umgekehrt, Dazu heißt es auf der Facebookseite zu der Show am Dienstagabend: „Das unprofessionelle Ende der Liveshow hat es mir eben schlagartig klar gemacht: Ich als großer BB-Fan der ersten Stunde bin nur noch genervt von dieser Staffel. Ich finde keine Wort mehr. Es wirkt alles so unkoordiniert, zusammengewürfelt, ohne richtigen Ablaufplan gesendet. Die Schnipsel der TZF sind wild und zusammenhanglos, so ist das keine TZF: Wie geht es euch?“

Die Reality-Show legte einen schlechten Quotenstart hin und erlebte das Rekord-Tief am Sonntag. Laut Medienmagazin ‚DWDL‘ schalteten lediglich 610.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren den TV-Knast ein. Das ergibt einen Marktanteil von 8,7 Prozent und ist somit der absolute Tiefstwert der bisherigen ‚Promi Big Brother‘-Geschichte.