Samstag, 19. August 2017, 17:27 Uhr

Donald Trump sagt Teilnahme an Feier nach Boykott ab

Dem ersten Mann aus dem Weißen Irrenhaus in Washington weht derzeit ein extremer eisiger Wind entgegen. Jedes Jahr werden Anfang Dezember im Kennedy Center Auszeichnungen verliehen. Traditionell wohnen eigentlich immer der US-Präsident und die First Lady diesem hochkarätigen Event bei. Doch Donald Trump will 2017 nicht kommen und nennt einen fragwürdigen Grund.

Donald Trump sagt Teilnahme an Feier nach Boykott ab
Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP

Nach Boykottankündigungen mehrerer Preisträger hat US-Präsident seine Teilnahme an den diesjährigen Feiern anlässlich der Kennedy-Center-Auszeichnungen abgesagt. Er und First Lady Melania Trump hätten sich entschieden, sich nicht an den „Aktivitäten“ zu beteiligen, um den Geehrten ein Feiern „ohne politische Ablenkungen“ zu ermöglichen, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Was auch immer das heißt. Persönlich beleidigt zu sein, wo es nur geht, gehört ja bekanntlich zum Repertoire des extrem dünnhäutigen Präsidenten.

Die Auszeichnungen des renommierten Kennedy Center in Washington werden offiziell Anfang Dezember verliehen. Diesjährige Preisträger sind der Rapper LL Cool J, die Sängerin Gloria Estefan, der Musiker und Produzent Lionel Richie, die Choreografin Carmen de Lavallade und der TV-Produzent Norman Lear.

Traditionell geben der Präsident und die First Lady im Weißen Haus einen Empfang für die Geehrten und nehmen an der Verleihungsgala im Kennedy Center teil. Lear (95), der mit progressiven TV-Serien bekannt geworden ist, und De Lavallade (86), eine der ersten Afroamerikaner, die an der Metropolitan Opera tanzten, hatten jedoch bereits mitgeteilt, dass sie dem Empfang aus Protest gegen Trumps Politik fernbleiben würden. Richie hielt seine Teilnahme offen, und Estefan betonte, sie wolle das – nun von Trump gestrichene – Treffen mit dem Präsidenten nutzen, um ihre Sichtweise klarzumachen.

Das nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannte Kennedy-Zentrum ist die größte Kultureinrichtung in der US-Hauptstadt. Zu den früheren Preisträgern zählen Meryl Streep, Aretha Franklin, Robert De Niro, George Lucas, Tom Hanks und Sting.

Wer weiß ob Trump Anfang Dezember überhaupt noch im Amt ist. Die Gerüchte mehren sich, dass der Immobilien-Tycoon bis dahin zurücktreten wolle. (dpa/KT)