Dienstag, 22. August 2017, 22:39 Uhr

TV-Herbst: Serien, Serien, Serien bis zum Abwinken

Fernsehen, so viel wie noch nie. Herbst und Winter bieten dem Zuschauer mit Free-TV- und Streamingzugang so viele fiktionale Stoffe wie nie zuvor. Die Qual der Wahl dürfte daher immens sein.

TV-Herbst: Serien, Serien, Serien bis zum Abwinken
Jella Haase in „Das Leben danach“. Foto: WDR/Alexander Fischerkoesen

Zwischen September und Mai fackeln die TV-Anbieter ein Feuerwerk von Neuproduktionen und Erstausstrahlungen ab. Denn im Herbst endet die Urlaubszeit, die Leute sehen deutlich mehr fern. Auch investiert die Industrie wieder in Werbung, die wiederum die Privatsender am Leben hält. Die öffentlich-rechtlichen Sender und die Privaten gehen mit viel Material in den Herbst. Ein Überblick:

ARD:

Das Erste hat eine achtteilige Serie an vier Abenden in acht Teilen: In „Das Verschwinden“ spielt Julia Jentsch eine Mutter, die ihr unter mysteriösen Umständen verlorenes Kind sucht. Programmierung offen.

Ansonsten dominieren Filme: „Das Leben danach“ (27.9.) thematisiert das Unglück auf der Duisburger Love Parade. Am 1.10. debütiert der Schwarzwald-„Tatort“ mit Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner, am 2.10. ist „Die letzte Reise“ mit Christiane Hörbiger und Suzanne von Borsody im Programm und am 3.10. die Persiflage „Willkommen bei den Honeckers“ mit Martin Brambach als EX-DDR-Staatschef in Chile.

TV-Herbst: Serien, Serien, Serien bis zum Abwinken
Jannis Niewöhner (Maximilian), Christa Théret (Marie de Bourgogne) in „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“. Foto: ZDF/Milenko Badzic

ZDF:

Das ZDF geht mit zwei neuen Serien gleich an einem Tag in die neue Saison: Am 7.9. starten „Zarah“ und „Das Pubertier“ nach dem gleichnamigen Buch von Jan Weiler. Am 15.9. legt das ZDF mit „Schuld“ nach Ferdinand von Schirach nach. In der Woche ab 11.9. starten die neuen „Soko“-Staffeln. Vom 1. bis 3.10. ist der Dreiteiler „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ mit Jannis Niewöhner zu sehen, der im späten Mittelalter angesiedelt ist.

Ein seltenes Jubiläum erwartet die TV-Zuschauer am 25.10., wenn die Geburtstagsausgabe des Kriminalklassikers „Aktenzeichen XY… ungelöst“ ausgestrahlt wird, der am 20.10.1967 erstmals mit TV-Legende Eduard Zimmermann zu sehen war. Einen Programmschwerpunkt hat das ZDF rund ums Reformationsjubiläum gestrickt: An zentraler Stelle steht der 165-Minuten-Film „Zwischen Himmel und Hölle“ am 30.10. mit Maximilian Brückner als Martin Luther.

TV-Herbst: Serien, Serien, Serien bis zum Abwinken
Jetzt klappt’s bei Jan (David Rott) mit dem Schießen. Er trifft jetzt wie ein Gott! Foto: MG RTL D / Georges Pauly

RTL:

Der Privatsender hat trotz unterschiedlicher Erfahrungen mit dem Genre Serie einige neue Produktionen angestoßen: Am 21.9. läuft die Krimiserie „Bad Cop – kriminell gut“ mit David Rott an. In der Pipeline stehen die Serien „Lifelines“ mit Jan Hartmann, „Jenny – echt gerecht“ mit Birte Hanusrichter, „Sankt Maik“ mit dem Trickbetrüger Maik Schäfer (Daniel Donskoy), „Beck is back“ mit Bert Tischendorf als vierfacher Vater und Hausmann sowie die Sitcom „Beste Schwestern“ mit Mirja Boes und Sina Tkotsch.

Zwei Filme hat RTL für die kommende Zeit angekündigt – im Vergleich zur öffentlich-rechtlichen Produktionsschmiede wenig, aber immerhin: Mit „Das Joshua Profil“ und „Passagier 23“ werden zwei Bücher des Thriller-Autors Sebastian Fitzek verfilmt.

Sat.1:

Sat.1 hat angekündigt, seinen Fictionaufwand anzukurbeln. So soll der Thriller-Stoff „Der Staatsfeind“ (Arbeitstitel) mit Henning Baum („Der letzte Bulle“) entstehen, der als kleiner Polizist vom übermächtigen Geheimdienst gejagt wird. Der Thriller „Keine zweite Chance“ aus der Feder von US-Autor Harlan Coben soll als Zweiteiler mit Petra Schmidt-Schaller und Sebastian Bezzel umgesetzt werden. Bereits im Herbst will Sat.1 mit Felicitas Woll eine neue Reihenfigur präsentieren: „Das Nebelhaus“ ist ein Film nach einem Eric-Berg-Buch. Neben der Fortsetzung von „Einstein“ mit Tom Beck hat Sat.1 noch drei weitere Serienpilotprojekte in Arbeit.

TV-Herbst: Serien, Serien, Serien bis zum Abwinken
„Club der rotem Bänder“: V.l.: Nick Julius Schuck, Timur Bartels, Damian Hardung, Ivo Kortling, Tim Oliver Schultz und Luise Befort.
Foto: MG RTL D / Martin Rottenkolber

ProSieben:

Eigene Fictionstoffe sind bei ProSieben kein Thema, dafür die Show: Eines seiner neuen Projekte für die kommende TV-Saison ist „Das Ding des Jahres“, eine Erfindershow nach einer Idee von Stefan Raab. Die Moderation ist noch offen. In Raabs Fußstapfen tritt jetzt Steffen Henssler. In dessen alter Rolle als Gastgeber einer Show im Duell mit einem einzelnen Kandidaten wird der 44 Jahre alte TV-Koch am 30.9. loslegen. Ob das Spektakel „Schlag den Henssler“ an Raabs Original heranreichen wird?

ZDFneo:

Der ZDF-Ableger, der ständig seine Marktanteile ausbaut, hat es auch mit den Serien. Gleich mehrere starten noch in diesem Herbst. Voraussichtlich drei neue eigenproduzierte sollen 2018 dazukommen. Am 6.10. soll unter anderem die dänisch-deutsche Thrillerserie „Countdown Copenhagen“ starten. Eine zehnteilige, belgisch-deutsche Dramaserie mit dem Titel „Sylvia’s Secret“ beginnt am 10.10.. Eine weitere belgisch-deutsche Psychodramaserie mit neun Folgen, Arbeitstitel „Tabula Rasa“, ist für 2018 geplant.

 "Schlag den Henssler"
Steffen Henssler trifft auf drei Herausforderer – TV-Premiere von ,Schlag den Henssler‘. Foto: ProSieben/Philipp Rathmer

Vox:

Auch bei Vox spielen Serien eine große Rolle, auch eigenproduzierte. Der „Club der roten Bänder“ geht mit Staffel drei ins Finale, „Milk & Honey“ soll folgen – es geht um vier Männer, die auf dem Land einen Escort-Service für Frauen aufmachen. Im übrigen hat RTL II mit dem Serienpiloten „Call The Boys – 4 Männer für gewisse Stunden“ einen sehr ähnlichen Stoff verfilmt. Die Branche plaudert und kopiert gern. Die Krimiserie „Gone“ ist das erste Projekt der Kooperation zwischen der Mediengruppe RTL Deutschland, dem französischen TV-Sender TF1 und NBC Universal – sie ist auf zwölf Folgen angesetzt. (Carsten Rave, dpa)