Montag, 28. August 2017, 22:17 Uhr

"Tom Of Finland": Die Ikone der Schwulen-Kultur kommt ins Kino

Wohl fast jeder hat schon mal die ikonische, stilbildende Kunst von Tom of Finland gesehen, doch kaum einer die Geschichte des Mannes dahinter. Bald kommt ein Biopic über die Schwulenikone ins Kino.

"Tom Of Finland": Die Ikone der Schwulen-Kultur kommt ins Kino
Foto: MFA

Touko Laaksonen, besser bekannt unter seinem Pseudonym “Tom of Finland”, ist einer von Finnlands international bekanntesten bildenden Künstlern. Laaksonens Zeichnungen von durchtrainierten und ungehemmten Muskelmännern in Leder – haben in der Pop-Kultur nahezu Kultstatus erreicht – und zudem schwule Männer von den früher gängigen Klischees befreit, feminin, krank und schwach zu sein.

Mit seiner Kunst hat Laakonsen zahlreiche Künstler inspiriert und beeinflusst, darunter auch Musikikonen wie Freddie Mercury, Andy Warhol, Madonna und oder Designer Jean Paul Gaultier.

Darum geht’s in dem Kinofilm: Zurückgekehrt von der Front des 2. Weltkriegs erweist sich für Touko Laaksonen (Pekka Strang) das Leben im Frieden ebenso als Krieg.  Im Finnland der 1950er Jahre kann er als Homosexueller weder lieben, wen er will, noch sich selbst verwirklichen. Immer der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt, die mit Schwulen rigoros umgeht, findet Touko Zuflucht im Zeichnen homoerotischer Bilder. Unter dem Pseudonym Tom of Finland tritt seine Kunst schließlich einen Siegeszug an.

Der Künstler entfacht damit nicht nur die „Gay Revolution“, sondern wird auch zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger Männer.

"Tom Of Finland": Die Ikone der Schwulen-Kultur kommt ins Kino
Foto: MFA

Der preisgekrönte Filmemacher Dome Karukoski erzählt in dem spannenden Biopic nicht nur über das Leben und die Arbeit der einflussreichsten Figur der Schwulen-Kultur des 20. Jahrhunderts, sondern bringt eine berührende Geschichte um wahre Liebe und das Recht auf persönliche Freiheit auf die Leinwand.

„Tom Of Finland“ zeichnet das faszinierende filmische Porträt des finnischen Künstlers,  der einen langen Weg bis zu seinem internationalen Durchbruch gehen musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg, kehrt Touko (Pekka Strang) in sein dunkles und rückschrittliches Heimatland Finnland zurück. Er lebt zusammen mit seiner Schwester Kaija (Jessica Grabowsky). Obwohl sich die Geschwister sehr nahestehen, weiß Kaija nicht, dass ihr Bruder schwul ist, denn Homosexualität ist illegal. Touku kann weder frei lieben, noch sich selbst verwirklichen.

"Tom Of Finland": Die Ikone der Schwulen-Kultur kommt ins Kino
Foto: MFA

Trotz der immerwährenden Gefahr einer rigorosen, strafrechtlichen Verfolgung, beginnt er für sich und seine Freunde Bilder von ungezügelten, freien und stolzen schwulen Männern zu zeichnen. Während seiner Arbeit in einer Werbeagentur verliebt sich Touko in den Tänzer Veli „Nipa“ Mäkinen (Lauri Tilkanen) – beide müssen ihre Beziehung lange geheim halten. Veli ermuntert Touko, seine Arbeiten anzubieten. Schließlich tritt seine Kunst unter dem Pseudonym „Tom of Finland“ – mit einem Umweg über Berlin – von Los Angeles aus ihren Siegeszug an. Er entfacht eine Revolution und wird zur Symbolfigur einer ganzen Generation junger schwuler Männer.

"Tom Of Finland": Die Ikone der Schwulen-Kultur kommt ins Kino
Foto: MFA

Die European Film Academy hat die 51 fiktionalen Filme bekannt gegeben, die sich in diesem Jahr Hoffnungen auf eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis machen können. Darunter befindet sich auch das bewegende Biopic  von Dome Karukoski, das am 5. Oktober 2017 in den deutschen Kinos startet.

„Tom of Finlands“ Arbeiten sind mittlerweile in Museen rund um die Welt gezeigt worden. Laaksonens Werk hat die Grenzen der Popkultur überschritten und hat sich seinen Platz in der Kunstwelt erobert.