Dienstag, 29. August 2017, 21:30 Uhr

Filmkritik "Jugend ohne Gott": Extrem gut gelungen!

Am Donnerstag startet in den deutschen Kinos das Teenager-Drama „Jugend ohne Gott“ mit einer Reihe deutscher Jungstars. Unsere Kinokritikerin hat den ilm schon gesehen.

Filmkritik "Jugend ohne Gott": Extrem gut gelungen!
Foto: Constantin Film Verleih GmbH/die film gmbh/Marc Reimann

Kalt ist es in den Bergen. Der Schüler Zach (Jannis Niewöhner, 25, „4 Könige“) ist einer von vielen, die sich einen Studienplatz an der Elite-Uni Rowald empfehlen möchten. Die Uni hat, um die besten der Bewerber herauszufiltern, ein Camp im Gebirge als Assessment Center eingerichtet. In diesem Durchgang ist die Klasse samt Lehrers (Fahri Yardim) dran sich abzustrampeln. Gewohnt wird in Zelten und es gibt jeden Tag gibt es Aufgaben in unterschiedlichen Schülerkombinationen.

Gechipt wie ein Haustier, ohne Smartphone oder Kontakt zur Außenwelt, richten die Schüler sich auf noch mehr Drill und Härte, als sie es ohnehin schon gewohnt sind, ein.

Die erste Eiskönigin im Reich der Härte und mit Schweinchenschlau-Rhetorik gibt Anna Maria Mühe als Psychologin Loreen. Da schlägt kein mitfühlendes Herz – eine Eisnadel steckt dort tiefgefroren fest.

Zach wird sich u.a. das Zelt mit Nadesh (Alicia von Rittberg) teilen, auch hier herrscht Zwang, niemand darf sich seine Zeltkumpel aussuchen. Nadesh ist kommt anfangs als ein cleveres und sehr ambitioniertes Mädchen daher, aber das wird sich ändern. Sie himmelt Zach an, aber sie schmachtet vergeblich. Er steckt gerade in einer tiefen Krise, denn sein Vater ist gestorben. Persönliche Dinge sind in dem ungastlichsten Zeltlager aller Zeiten verboten, was sonst. Mit einer Ausnahme – Zach darf Tagebuch führen. Genau das ist eines Tages weg.

Wer war der Dieb? Waren es die Illegalen, die im Wald leben, wie auch die wilde Ewa (Emilia Schüle) eine ist? Die Klasse, die sowieso immer mehr in einzelne Konkurrenten mit egoistischen Interessen zerfällt, wird auf eine harte Probe gestellt. Dann passiert auch noch ein Mord. Hält die Gruppe das aus?

Filmkritik "Jugend ohne Gott": Extrem gut gelungen!
Constantin Film Verleih GmbH/die film gmbh/Marc Reimann

Ödön von Horváth schrieb „Jugend ohne Gott“ bereits 1937. Die Handlung in die Zukunft zu verlegen, ist ein toller Drehbucheinfall, geht es doch um menschliche Verhaltensweisen, Charakterfehler und andere unschöne Dinge, die sowieso zeitlos sind.

Fazit: Wütend, kraftvoll und voller Verzweiflung. Die Besetzung ist von A-Z großartig. Die raue, unberechenbare Bergwelt mit der Kälte im Umgang miteinander in Beziehung zu setzen, ist extrem gut gelungen. (Katrin Wessel)

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Foto: Constantin Film Verleih GmbH/die film gmbh/Marc Reimann