Dienstag, 29. August 2017, 22:20 Uhr

"The Limehouse Golem" im Kino: Faszination Serienkiller

Die Faszination für sie ist ungebrochen, quer durch alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten: Serienmörder symbolisieren das Böse schlechthin, und sie bringen unsere eigene abgründige Seite zum Klingen, was uns ordentlich schaudern lässt.

"The Limehouse Golem" im Kino: Faszination Serienkiller
Douglas Booth (links) und Eddie Marsan in „The Limehouse Golem „. Foto.: Concorde

So sehr die Menschen das personifizierte Grauen in Form dieser „Monster“ von sich schieben, so sehr werden sie doch auch davon angezogen. Die Täter werden stilisiert und zu Mythen der Kulturgeschichte. Damit sind sie auch ein immer wiederkehrendes Thema für die Kunst, die Literatur und nicht zuletzt das Kino. Dort startet der Film „The Limehouse Golem„.

Das 19. und 20. Jahrhundert hat zahlreiche ganz besondere Exemplare der Spezies „Serienmörder“ hervorgebracht, und hier sind einige spektakuläre Beispiele.

Der Serienmörder Charles Manson, aus Ohio stammender Sohn einer Prostituierten, geriet schon früh mit dem Gesetz in Konflikt und gründete 1967 die berüchtigte und weltbekannte „Manson Family“, deren Jünger er zu Verbrechen anstiftete. Ihr prominentestes Mord-Opfer war 1969 der Hollywoodstar Sharon Tate, hochschwangere Lebensgefährtin von Filmregisseur Roman Polanski.

Der über 80-jährige Manson sitzt seit der Anstiftung zu dieser grausamen Tat im Gefängnis und erhält immer noch, man mag es glauben oder nicht, Fanpost.

Der Russe Andrej Tschikatilo sorgte für die größte Verbrecherhatz in der Sowjetunion bis dato: Mindestens 53 Menschen hat der „Ripper von Rostow“ zwischen 1978 und 1990 ermordet. Seine Opfer waren meist Kinder und Jugendliche. 1994 wurde er hingerichtet.

Weimarer Republik: Der deutsche und schon früh als schizophren diagnostizierte Kleinkriminelle Fritz Haarmann fand seine Opfer, meist junge Männer, am Hauptbahnhof in Hannover. Er biss ihnen in den Hals und tötete sie dann mit einem Beil. Haarmann wurde nach seiner Verurteilung 1925 enthauptet. Mindestens 24 Morde wurden ihm zur Last gelegt.

Zu ebenfalls internationaler Berühmtheit, aber als Variante des 19. Jahrhunderts, hat es der berüchtigte Serienkiller „Jack the Ripper“ gebracht, der auch deswegen so faszinierend bleibt, da seine Identität bis heute ungeklärt ist: Im Jahr 1888 kam es zu grausamen Morden an fünf Prostituierten im sozialschwachen Londoner Stadtteil East End. Man sagte dem Mörder chirurgisches Geschick nach, da den Opfern zum Teil Organe entnommen wurden. Bis heute werden die verschiedensten Tätertheorien durchgespielt, aber es existiert keinerlei Beweis für auch nur eine von ihnen. So wurde „Jack the Ripper“ zu einem der größten Mythen der Kriminalgeschichte.

Ebenfalls im viktorianischen London angesiedelt ist der Fall „The Limehouse Golem“, der die Geschichte eines fiktiven Serienmörders im gleichnamigen Suspense-Thriller nacherzählt, der nicht nur exzellent besetzt ist, sondern am Ende mit einem unerwarteten Twist aufwartet – Faszination am „Monster“ inklusive. Am Donnerstag startet die Verfilmung in den deutschen Kinos.