Samstag, 02. September 2017, 16:25 Uhr

Moritz Bleibtreu: "Hollywood nimmt sich Leute und wirft sie weg"

Moritz Bleibtreu muss in Deutschland keinem mehr etwas beweisen – in Hollywood will er es offenbar nicht. Die Bedingungen der US-amerikanischen Filmindustrie hält der Schauspieler für bedenklich. Deswegen gibt er dem Nachwuchs einen Tipp.

Moritz Bleibtreu: "Hollywood nimmt sich Leute und wirft sie weg"
Moritz Bleibtreu in der zweiten Staffel von „Schuld“. Foto: ZDF/ Julia Terjung

Der 46-Jährige zeigt sich beim Thema Hollywoodkarriere ziemlich skeptisch. Fakt sei, „dass Hollywood sich die Leute nimmt und sie anschließend wegschmeißt“, sagte Bleibtreu. Der Darsteller wurde mit Filmen wie „Knockin‘ on Heaven’s Door“ und „Lola rennt“ bekannt. Jungen Kollegen hierzulande rate er, sich in erster Linie um Deutschland zu kümmern. „Alles andere ist ein Zubrot.“

Bleibtreu meinte: „Wir Europäer sind in Hollywood immer Aliens gewesen. Und das bleiben wir. Wir werden dort nur engagiert, weil wir das Klischee des Deutschen erfüllen, das in Amerika gefragt ist.“ Eine Ausnahme sei der Deutsch-Österreicher Christoph Waltz (60; „Inglourious Basterds“, „Django Unchained“). „Die zwei Oscars kann man nicht mehr wegdiskutieren.“

Vom 15. September an ist Bleibtreu in der zweiten Staffel der ZDF-Reihe „Schuld“ nach den gleichnamigen Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach als Strafverteidiger Friedrich Kronberg zu sehen. In der ersten Folge geht es darum: Ein Mann wird wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, wodurch sein Leben zerstört wird. Nachdem er die Haftstrafe abgesessen hat, sucht er Hilfe bei Kronberg, der Erstaunliches zu Tage bringt. (dpa/KT)