Sonntag, 03. September 2017, 13:08 Uhr

Mats Hummels und die Nazi-Fans

Mats Hummels hat sich ganz klar von den Nazi-Gesängen im Stadion distanziert. Am Freitag gewann ja Deutschland das siebte WM-Qualifikationsspiel. Der Gegner war Tschechien und nach einem kniffeligen und zähen Spiel konnte die National 11 den Sieg noch gerade so retten.

Mats Hummels und die Nazi-Fans
Foto: ATP/WENN.com

Hummels selbst schoss das Siegertor zum 2:1 nur wenige Minuten vor Spielende. Direkt nach dem Abpfiff hatte der 28-Jährige aber dennoch wenig gute Laune. Gegenüber den wartetenden Reportern im Stadion sagte er: „Die Gesänge waren eine Katastrophe! Ganz schlimm! Das fing ja schon bei der Schweigeminute an, das war schon schlechtes Verhalten von einigen.“ Während des Spiels war es zu mehreren Zwischenfällen dieser Art gekommen.

Die Fans hatten schon vor dem Anpfiff den DFB schlecht gemacht. In der ersten Halbzeit war Timo Werner von einigen Fans auf den Rängen beleidigt und ausgepfiffen worden. Als Hummels das Siegertor erzielte, waren sogar nationalsozialistische Gesänge zu hören.

Für den Spieler und seine Kollegen sind das keine Fans, sondern Krawallmacher und Hooligans. Das Team hatte sich deshalb entschieden nach dem Spiel nicht in die Fankurve zu gehen und sich für die Unterstützung zu bedanken, so wie sonst üblich. Auch andere Spieler wie Julian Brandt kritisierten die Aktion.

Die Münchener ‚TZ‘ beschreibt den Fußballstar treffend: „Mats Hummels ist ein Musterprofi, skandalfrei, intelligent und reflektiert, bisweilen ironisch. Ihm wird vertraut. Er erlaubt sich Haltung und Meinung, was bei Spitzenfußballern nicht mehr allzu verbreitet ist. Kaum einen Spieler hörte man beispielsweise klarer über die Ultra-Diskussion reden.“ (Bang/KT)