Dienstag, 05. September 2017, 20:40 Uhr

Preview "Fikkefuchs": Männer in der Sexkrise

Neues aus dem Kino! Nach acht Jahren Pause kehrt Jan Henrik Stahlberg als Regisseur und Drehbuchautor (Muxmäuschenstill, Bye bye Berlusconi) mit „Fikkefuchs“ zurück auf die Kinoleinwand und macht da weiter, wo er zuvor mit seinen skurrilen und aufrüttelnden Werken aufgehört hatte.

Preview "Fikkefuchs": Männer in der Sexkrise
Foto: Alamode

Sein Film erzählt eine vielschichtige Vater-Sohn-Geschichte, die zugleich von der fehlgeleiteten Identitätssuche zweier Männer handelt, die beide niemals gelernt haben, mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen in adäquater Weise umzugehen.

Voller provokantem Humor demontiert der Film dabei Männerbilder auf allen Ebenen.

Um den Film genauso kompromisslos und mitunter politisch unkorrekt wie er ist, umsetzen zu können, realisierten die Macher ihn ohne Fördergelder und TV-Beteiligung. Stattdessen initiierten Regisseur und Hauptdarsteller Jan Henrik Stahlberg und seine Mitstreiter eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne und steckten eigene Mittel in die Produktion.

„Fikkefuchs“ feierte seine Weltpremiere auf dem Filmfest München 2017 in der Reihe „Neues deutsches Kino“, wo der Film begeistert aufgenommen wurde. Kinostart ist am 16. November 2017.

Und darum geht’s: Es gab mal eine Zeit, da konnte Rocky sie alle haben. Er spielte französische Chansons und die Frauen schmolzen dahin. Das ist zwar längst vorbei, aber als Thorben vor seiner Tür steht, wird er noch einmal herausgefordert. Der junge Mann, der behauptet sein Sohn zu sein, weiß nicht, wie man Frauen flachlegt und Rocky soll es ihm beibringen. So gehen sie auf die Jagd: junge, schöne Frauen sollen es sein… die nur auf sie gewartet haben.

Schauspieler und Regisseur Jan Henrik Stahlberg sagte über den Film: „Die Recherche hat mir tatsächlich wahnsinnigen Spaß gemacht. Wir waren in verschiedenen Clubs und in Etablissements, wo man schnell oder auch nicht so schnell Sex haben kann. Ich habe mich unter anderem auch mit einem echten Pick-Up-Artist getroffen und ausgiebig über sein ‚Handwerk‘ unterhalten. Geschrieben habe ich dann allein und Wolfram Fleischhauer war mein genialer Brainstorming-Partner. Das war für mich und den Film unglaublich wichtig. Er konnte mir immer genau sagen, was er gut und nicht gut fand. Wir haben uns hervorragend gestritten!“

Preview "Fikkefuchs": Männer in der Sexkrise
Foto: Alamode

„Männer sind ja immer nur ‚herausgefordert'“, so Stahlberg in der umfangreichen Pressmitteilung des Verleihers.

„Männer haben keine Angst. Und deswegen glaube ich, dass es beispielsweise ein generelles Problem von Männern ist, etwa über ihre Bedürfnisse zu reden. Warum es so wenige Filme über die Probleme von Männern gibt? Ich glaube, weil man so viel Gleichmacherei betreibt. Und zwar von allen Seiten. Auch ein paar der Frauen, mit denen ich über diesen Film bereits gesprochen habe, meinten, sie könnten es gar nicht glauben, dass Männer hier von ihren kleinen Problemen erzählen und sich darüber ausheulen.“

Preview "Fikkefuchs": Männer in der Sexkrise
Foto: Alamode

Er finde das aber wichtig, denn feministische Filme gäbe es ja schon seit 20-30 Jahren im deutschen Kino, „da hat sich glücklicherweise etwas bewegt. Das ist man den Männern voraus. Wir haben keine echten „Peer-Gruppen“, wir haben keine Männer-Literatur und auch keine EMMA. Wir haben Muskelzeitschriften und AUTO-BILD, das war’s. Das ist mir tatsächlich erst bei der Recherche aufgefallen, dass Männer da noch sehr einsam sind in ihrer Bedürfniswelt. Das ist generell in der Gesellschaft aber auch beispielsweise in der Kunst so.“