Dienstag, 05. September 2017, 11:50 Uhr

Wilfried Gliem: Wenn das „Herzilein“ schwächelt

Wilfried Gliem ist einer der beiden Wildecker Herzbuben und der Name ist bei ihm leider Programm: Der Volksmusiker leidet unter chronischer Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt. Schon zweimal wurde er deswegen operiert. Was ihm heute hilft, trotzdem auf der Bühne zu stehen, hat er in einem Interview verraten.

Volksmusik-Duo Wildecker Herzbuben
Foto: K.Becker

Letzte Rettung Herz-OP
1990 feierte das Volksmusik-Duo Wildecker Herzbuben mit dem Lied „Herzilein“ seinen Durchbruch. Auch 27 Jahre später fliegen Wolfgang Schwalm und Wilfried Gliem immer noch die Herzen der Fans zu. „Das ist mein Leben und das wird es bleiben“, berichtet Gliem in der „Neuen Post“.

Doch vor anderthalb Jahren war daran nicht zu denken: Gliem litt unter starken Schmerzen am Herzen, wies eine auffällige Herzkurve auf. Im Krankenhaus wurde ihm in einer Not-Operation eine Gefäßstütze eingesetzt, es war schon der zweite Stent für den Sänger. Doch seine Herzinsuffizienz kann damit nicht geheilt werden.

Volksmusik-Duo Wildecker Herzbuben
Foto: K. Becker

„Wunderpille“ statt „Medikamenten-Cocktail“
Weil es sich bei Herzschwäche um eine chronische Krankheit handelt, ist eine Therapie mit Medikamenten unerlässlich. Wilfried Gliem schwört mittlerweile auf seine „Wunderpille“, wie er sie nennt. „Ich brauche keinen Medikamenten-Cocktail wie früher mehr, sondern nur noch eine einzige Universal-Tablette.“ Diese enthält den Wirkstoff Sacubitril-Valsartan und „aktiviert Hormone, die meinem Herzen gut tun“, wie Gliem erklärt.

Heute kann der 123-Kilo-Mann stolz behaupten: „Ich fühle mich wie neugeboren.“ Seine Atemnot und Kurzatmigkeit haben deutlich nachgelassen und er ist wieder fitter auf den Beinen. Das hat er nicht zuletzt auch seinem neuen, gesunden Lebensstil zu verdanken: Ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, Spaziergänge an der frischen Luft und moderates Training sind ebenso wichtig für ein gesundes Herz wie die medikamentöse Behandlung. Zusätzlich hat Gliem das Rauchen aufgegeben und verzichtet komplett auf Alkohol. Und seine Fans kann er beruhigen: Ans Aufhören habe der Sänger noch nie gedacht. Stattdessen stellt er sich vor: „Vielleicht sterbe ich ja irgendwann auf der Bühne, es wäre nicht der schlechteste Tod.“ (KTAD)