Sonntag, 10. September 2017, 9:35 Uhr

Konzertbericht Rolling Stones: Das war der Tourauftakt

Vor 82 000 begeisterten Fans haben die Rolling Stones am Samstagabend im Hamburger Stadtpark ihre Europatournee gestartet. Um 20.30 Uhr betrat die wohl berühmteste Rockband der Welt mit Sänger Mick Jagger unter großem Beifall und Gejohle die Megabühne auf der Festwiese.

Konzertbericht Rolling Stones: Das war der Tourauftakt
Faltig – aber verdammt fit: Mick Jagger. Foto: Carsten Rehder

Um 20.30 Uhr betrat die wohl berühmteste Rockband der Welt mit Sänger Mick Jagger unter großem Beifall und Gejohle die mit vier riesigen Leinwand-Türmen gestaltete Megabühne auf der Festwiese, auf der zuletzt David Bowie 1987 und Pink Floyd 1989 hatten auftreten dürfen. Die Türme zeigten mal die Porträts der vier Stones, dann wieder die ausgestreckte rote Zunge, das Markenzeichen der britischen Kultband.

Nach dem ersten Song „Sympathy for the Devil“ spielten die vier Rock-Ikonen – neben Jagger (74) Gitarrist Keith Richards (73) und Gitarrist/Bassist Ron Wood (70) sowie Schlagzeuger Charlie Watts (76) – fast zweieinhalb Stunden durch.

Ihren Superhit „Satisfaction“ hoben sich die Stones bis zum Schluss auf, um dann noch einmal einen oben drauf zu setzen: „Gimme Shelter“ und „Jumping Jack Flash“ als Zugaben sowie ein Feuerwerk bildeten denn glanzvollen Abschluss dieses gelungenen Konzerts.

Über die gesamte Zeit zeigten die Stones, immerhin seit 55 Jahren im Geschäft, erstaunlich gute Kondition – vor allem Mick Jagger, der immer wieder über die ins Publikum hineinführende Bühne fetzte und mit launigen Sätzen auf Deutsch das Publikum unterhielt.

Konzertbericht Rolling Stones: Das war der Tourauftakt
Die Stones haben eine Menge Klassiker im Programm. Foto: Carsten Rehder

Mit einer Mischung eigener Hits, aber auch Coverversionen von Bluessongs kreierten die Stones ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Erst im vergangenen Dezember hatten die Stones nach elf Jahren Pause ihr 23. Studio-Album „Blue & Lonesome“ herausgebracht – als Rückkehr der Band zu ihren Wurzeln und ihrer Leidenschaft für den Blues, „der immer das Herz und die Seele der Rolling Stones gewesen ist“. Bis zuletzt war die Setlist des Tourneeauftakts unter Verschluss gehalten worden.

Die Stimmung der Fans (überwiegend im gesetzteren Alter) war trotz des Hamburger Schmuddelwetters – es hatte die vergangenen Tage und auch am Samstag noch kräftig geregnet – von Anfang an gut.

Er hat alle Exzesse überlebt: Keith Richards. Foto: Carsten Rehder
Er hat alle Exzesse überlebt: Keith Richards. Foto: Carsten Rehder

Dafür sorgte bereits als Vorgruppe die isländische Band Kaleo („All the Pretty Girls“). Die vor fünf Jahren gegründete Rockformation darf bei den Stones auch im Münchner Olympiastadion am 12. September und im österreichischen Spielberg (16.9.) auftreten.

In Düsseldorf spielen die Stones am 9. Oktober, es ist das letzte von drei Konzerten in Deutschland im Rahmen der Europatournee. Fast alle Tickets der Konzerte in Deutschland waren laut Veranstalter schon nach wenigen Stunden online verkauft.

Die Fans in Hamburg hatten Wetterglück: Als sich bereits um 14.00 Uhr die Pforten zum Konzertgelände öffneten, hörte es endlich auf zu regnen – nach tagelangem Hamburger Schmuddelwetter. Mit dem frühen Einlass wollten die Veranstalter die Ankunft der Zehntausenden Fans zeitlich entzerren und einen Massenansturm kurz vor Konzertbeginn verhindern.

Hintergrund waren auch die starken Sicherheitsvorkehrungen und Personenkontrollen. Die Polizei sperrte den Stadtpark seit dem frühen Samstagmorgen weiträumig ab. Sperren mit Lastwagen sollten außerdem verhindern, dass jemand aufs Gelände fährt. Beamte mit Maschinenpistolen sicherten die Einfahrten. Selfie-Sticks, Rucksäcke, selbst Picknickdecken durften die Fans nicht mitbringen.

Noch 13 Konzerte in neun europäischen Ländern haben die vier Stones vor sich, das Finale ist am 25. Oktober in Paris. (dpa)