Donnerstag, 14. September 2017, 13:50 Uhr

Donatella Versace: "Jeder hat an mir gezweifelt"

Donatella Versace berichtet von der schweren Zeit zu Beginn ihrer Versace-Führung. Die 62-Jährige wurde im Jahr 1997 gezwungen, die Leitung des renommierten italienischen Modelabels zu übernehmen, da ihr Bruder in Miami erschossen wurde.

Donatella Versace: "Jeder hat an mir gezweifelt"
Sieht aus wie ein Löwinnengesicht mit behaarter Brust: Donatella Versace. Foto: KIKA/WENN.com

Dies sei jedoch die größte Herausforderung ihres Lebens gewesen, da sie sich ständig beobachtet und beurteilt fühlte. Sie berichtet: „Als mein Bruder ermordet wurde, fühlte ich die Augen der ganzen Welt auf mir und 99 Prozent von ihnen dachten, dass ich es nicht schaffe.“ Als unerfahrene Unternehmerin erlebte sie so einige unangenehme Überraschungen: „Die ersten fünf Jahre war ich verloren. Ich habe viele Fehler gemacht.“

Sie trauert noch um ihren Bruder Gianni

Im Interview mit ‚Guardian Online‘ enthüllt die Fashion-Designerin, dass sie sogar ernsthaft an ihren Fähigkeiten zweifelte – „zumindest anfangs“. Noch heute trauert sie sehr um Gianni: „Mein Bruder war der König und meine ganze Welt ist um mich herum zusammengekracht. Ich war seine Puppe und seine beste Freundin. Er hat mich in coole Klamotten gesteckt, mich mit in Diskos und Clubs genommen, als ich elf war. Ich habe es geliebt. Es war die beste Zeit meines Lebens.“

Ihrem jüngeren Selbst würde die Modeliebhaberin heute folgende Worte mit auf den Weg geben: „‚Sei stark und bleibe dir selbst treu.‘ Oh, es gibt viele Dinge, die ich gerne sagen würde! Vor allem: ‚Folge deinen Instinkten und versuche nicht, Gianni zu sein.‚ Ich habe jedem anderen zugehört und dann ist mir klargeworden: ‚Wer war die Person, der mein Bruder zugehört hat?‘ Ich.“

Gianni habe sich nämlich in wichtigen Angelegenheiten stets an seine Schwester gewandt: „Ich habe jeden Tag mit ihm gearbeitet. Ich war viel mehr als eine Muse. Zwischen uns herrschte ein Dialog. Wir haben alles diskutiert.“