Mittwoch, 20. September 2017, 18:03 Uhr

Jonas Nay hat Geburtstag: Steile Karriere in wenigen Jahren

Jonas Nay hat in wenigen Jahren eine steile Karriere hingelegt und zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. Besonders hängt sein Herz an der Serie „Deutschland 83“.

Jonas Nay hat Geburtstag: Steile Karriere in wenigen Jahren
Foto: AEDT/WENN.com

Dankesreden bei Preisverleihungen sind nur in seltenen Fällen wirklich originell oder gelungen. Als aber der junge Schauspieler Jonas Nay 2014 beim Bayerischen Filmpreis für seine Rolle in dem Familiendrama „Hirngespinster“ geehrt wurde, hatte er sich etwas Besonderes einfallen lassen.

Jonas Nay startete mit „Homevideo“ durch

Seine Dankesrede verpackte er in ein Musikvideo. Begleitet von seiner damaligen Band Northern Lights (inzwischen „Pudeldame“) schilderte Nay in seinem Song, wie er per Telefon von seiner Auszeichnung mit dem Nachwuchspreis erfahren hatte. „Einmal klingeln und dann geht wer ran, mein Name ist Dümig von der Staatskanzlei, hier liegt ein Nachwuchspreis zu Händen von Herrn Nay, kommen se doch im Januar mal vorbei“, sang er.

Aber auch schon vor dem Bayerischen Filmpreis ist Jonas Nay häufiger angerufen worden. Alles fing für den jungen Schauspieler, der heute 27 Jahre alt wird, mit dem Cyber-Mobbing-Film „Homevideo“ (2011) an, mit dem ihm der Durchbruch gelang.

Nay spielt Jakob, einen scheuen, introvertierten und voll in der Pubertät steckenden Junge, von dem heikle Aufnahmen im Internet landen. Das Mobbing setzt ein, immer heftiger, grausamer. Die Eltern, die Lehrer stehen hilflos da. Und das böse Spiel spitzt sich zur Tragödie zu.

Für seine einfühlsame Darstellung bekam Jonas Nay, der in „Homevideo“ eine emotionale Hölle durchlebt, den Förderpreis beim Deutschen Fernsehpreis. Später kamen noch der Grimme-Preis, der New Faces Award und der Günter-Strack-Fernsehpreis hinzu.

Der Typ mit dem gewissen Etwas

Jonas Nay ist ein Typ mit dem gewissen Etwas: „Man kommt nicht mehr weg von seinem Gesicht“, hat sein Kollege Tobias Moretti einmal gesagt. Ein Markenzeichen: eine Narbe an der Stirn, die von einem Autounfall als kleiner Junge stammt.

„Homevideo“ war der Auftakt für eine ganze Reihe starker Auftritte – vor allem in Dramen: In der SAT.1-Produktion „Nichts mehr wie vorher“ (2013) spielte Jonas Nay einen Jungen unter Mordverdacht, der sich einer Hetzjagd ausgesetzt sieht. In dem Kinofilm „Wir sind jung. Wir sind stark“ (2015) geht es um die Krawalle von Rostock-Lichtenhagen 1992 und mit dem Dreiteiler „Tannbach“ (2015) ging Nay auf Zeitreise in die deutsche Nachkriegsgeschichte.

Jonas Nay hat Geburtstag: Steile Karriere in wenigen Jahren
Foto: Zorro Film/Yoshi Heimrath

Vorläufiger Höhepunkt seiner steilen Karriere ist die RTL-Serie „Deutschland 83“ (2015), in der Jonas Nay einen jungen DDR-Grenzsoldaten spielt, der zur Spionage in die BRD und in eine Bundeswehrkaserne geschleust wird. Sie sei etwas Besonderes geworden, meinte Jonas Nay, der viel Herzblut in die Serie gesteckt hat. „Sie ist so etwas wie mein Baby.“

TV-Flop „Deutschland 83“ wurde hoch gelobt 

Von den Kritikern wurde „Deutschland 83“ hoch gelobt. Zu den zahlreichen Auszeichnungen des auch international erfolgreichen Mehrteilers gehören der Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera und ein Emmy. Nur bei den Einschaltquoten blieb die Serie hinter den Erwartungen zurück. Es lag wohl am Sender und veränderten Sehgewohnheiten.

Jonas Nay hat Geburtstag: Steile Karriere in wenigen Jahren
Drehstart für die Amazon-Serie „Deutschland86″ in Südafrika. Foto: UFA FICTION“

Jonas Nay sieht in geänderten Fernsehgewohnheiten einen Grund dafür: „Ich kann mir vorstellen, dass gerade viele jüngere Zuschauer gar nicht mehr klassisch fernsehen, sondern online unterwegs sind“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Ich selbst bin Serienfan und schaue nur noch im Netz, zeitlich würde ich es anders gar nicht schaffen.“

Für eine Fortsetzung von „Deutschland 83“ hat Jonas Nay aber auf jeden Fall Zeit. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen und 2018 wird „Deutschland 86“ dann beim Streamingdienst Amazon Prime zu sehen sein. (Wolfgang Marx, dpa/KT)