Dienstag, 03. Oktober 2017, 16:13 Uhr

Oscar Pistorius: Erster Trailer - Familie will gegen Film klagen

Das Drama um den einstigen Sportstar Oscar Pistorius (30) diente als Vorlage für einen Film, der im November im amerikanischen Kabelfernsehen gezeigt werden soll. Die Familie von Pistorius will allerdings dagegen rechtliche Schritte unternehmen.

Der US-Film sei nicht wahrheitsgemäß und stelle eine „grobe Verzerrung“ der Befunde des Gerichts dar, und der arme Oscar sei ja auch kein „Killer“ gewesen, erklärte der Bruder des Athleten, Carl Pistorius heute in einer Stellungnahme gegenüber südafrikanischen Medien.

In dem Film „Oscar Pistorius: Blade Runner Killer“, dessen Trailer gestern veröffentlicht wurde, spielt das deutsche Top-Model Toni Garrn (25) Pistorius‘ Freundin Reeva Steenkamp. Auf Instagram postete die On/Off/On-Freundin von Leonardo diCaprio im Juli Fotos vom Set.

Einbrecher hinter der Klotür vermutet

Der unterhalb der Knie amputierte südafrikanische Sportstar hatte seine Freundin, ein aufstrebendes Model, am Valentinstag 2013 in seinem Haus mit vier Schüssen durch eine Toilettentür getötet. Er beteuerte mehrfach, einen Einbrecher hinter der Tür vermutet zu haben. Nach langer juristischer Auseinandersetzung wurde er zuletzt nur wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft veruteilt. Das Verbrechen hatte weltweit für Aufsehen gesorgt.

Steenkamps Familie hat den Film „Oscar Pistorius: Blade Runner Killer“ ebenfalls zurückgewiesen und betont, dass die Familie in keiner Weise konsultiert worden sei. Der Film soll am 11. November erstmals im US-Kabelsender Lifetime gezeigt werden. Oscar Pistorius wird darin vom Schauspieler Andreas Damm gespielt.

Der Deutsch-Südafrikaner (Video unten) lebt in New York, absolvierte ein dreijähriges Schauspielstudium, wurde früher laut seiner Agentur als Doppelgänger von Chris Hemsworth gehandelt.

Pistorius galt als Nationalheld

Trotz seiner Behinderung gelang dem heute 30-jährigen Pistorius eine beeindruckenden Sportkarriere: Bei Paralympischen Spielen gewann der Sprinter auf eigens angefertigten Karbon-Prothesen insgesamt sechs Goldmedaillen. Doch sein Ziel waren die Olympischen Spiele. In London startete er 2012 als erster beinamputierter Sportler der Olympia-Geschichte. Er galt in Südafrika damals als Nationalheld. (dpa/KT)