Samstag, 07. Oktober 2017, 17:06 Uhr

Kommt mit Prinz Chaos eine Liedermacher-Renaissance?

Zeit für 9 Minuten Kunst? Na dann los: Prinz Chaos – Florian Ernst Kirner – entstammt einer Münchner Künstlerfamilie. Sein Urgroß­vater, der Kabarettist Theo Prosei, betrieb die legendäre Künstlerkneipe „Simplicissimus“. Seine Urgroßmutter war die Opernsängerin Julia Prosei.

Kommt mit Prinz Chaos eine Liedermacher-Renaissance?
Foto: Promo/Foto: Promo/Gordeonmusic

Nach der musikalischen Früherziehung im Kin­dergartenalter lernte der Prinz Gitarre. Seit dem Jahr 2001 wächst seine Liebe zur Mandoline, die inzwischen sein Hauptinstrument ist. Hinzu kommt neuerdings eine Thüringer Waldzither.
Jederzeit im Anschlag hat der Prinz sein kaba­rettistisch-literarisches Mundwerk. Seine Enter­tainerfähigkeiten tragen entscheidend zum Un­terhaltswert seiner Konzerte bei.

Vom Werber zum Liedermacher

Prinz Chaos ist eine zentrale Figur der Lieder­macher-Renaissance. Auf Schloss Weitersroda, das er 2008 erwarb, findet seit acht Jahren das Paradiesvogelfest statt. Es diente Sarah Lesch, Cynthia Nickschas, dem Weiherer und vielen anderen neuen Liedermachern als Startrampe.

Nach Erscheinen seiner ersten CD „Jahr100.000siegesnacht“ (2000) nahm Franz Josef Degenhardt den Prinzen symbolisch in die „Bruderschaft der Sänger“ auf. Elf Jahre später initi­ierte und moderierte Prinz Chaos das Totenkonzert für Väterchen Franz im Berliner Ensemble.

2001 – 2004 arbeitete Florian Kirner für die Düsseldorfer Werbeagentur BBDO. 2004 erschien die CD „Prinz Chaos auf großer Fahrt“. 2006 schloss der Prinz an der Universität zu Köln sein Magister-Studium der Anglo-Amerikanischen Geschichte, Mittleren und Neueren Geschichte sowie Japanologie ab. Zuvor verbrachte er 15 Monate in Tokio, wo er ein Kulturprojekt unter der Schirmherrrschaft der Deutschen Botschaft durchführte („D-Haus“).

Kollaboration mit Konstantin Wecker

Seit über einem Jahrzehnt arbeitet Prinz Chaos intensiv mit Konstantin Wecker zusammen. Gemeinsam verfassten sie 2013 die Streitschrift „Aufruf zur Revolte“ (Gütersloher Verlagshaus). Hinzu kommen zahlreiche musikalische Kooperationen.
2012 erschien die EP „…dass man sich wärmt in der Nacht“. Anschließend begleitete er Kon­stantin Wecker auf dessen Schweiz-Tour. 2014 erschien die CD „TsunamiSurfer“. 2015 trat der Prinz beim 3SAT-Festival auf. In diesem Jahr  veröffentlichte er die neue CD „Väter & Söhne“.

Der streitbare Prinz ist und bleibt Aktivist. Er engagiert sich in Wort und Tat gegen Rechtsradika­lismus, Homophobie, Atomkraft, Militarismus und soziale Ungerechtigkeit.

Von den Medien längst entdeckt, war Prinz Chaos bereits auf 3SAT, MDR, WDR5, Bayern 1, Bayern 2, ORF und ZDF zu hören und zu sehen.

Übrigens: Seit 2017 tritt Prinz Chaos auch mit Anna Katharina Kränzlein mit dem Programm „Rebellische Saiten“ auf. Die Ausnahmemusikerin ist Gründungsmitglied der Mittelalterrockband „Schand­maul“, bei der sie 19 Jahre spielte.