Dienstag, 10. Oktober 2017, 20:17 Uhr

"Hardcore": 14 Millionen Deutsche sehen regelmäßig Pornos

Letzten Sonntag zog es mehr als neun Millionen ‚Tatort‘-Begeisterte vor den Fernseher. Die Ermittler aus München hatten in dieser Folge mit einem besonders harten Fall aus dem Porno-Milieu zu kämpfen. In „Hardcore“ mussten die Kommissare den Mord an einer Porno-Darstellerin aufdecken.

"Hardcore": 14 Millionen Deutsche sehen regelmäßig Pornos
Tatort „Hardcore“ vom 8. Oktober. Foto: BR/Hagen Keller

Die Reaktionen auf diese Folge manifestierte sich bereits darin, dass der Begriff „Hardcore“ am späten Sonntagabend achtmal häufiger gegoogelt wurde als noch am Abend zuvor. Kurios: In den darauffolgenden Tagen blähte sich z.B. auch das Suchvolumen für „Planschbecken“ stark auf – ein spermagefülltes „Requisit“, das sich am Tatort befand.

Porno zieht immer

Der vergangene Tatort beweist einmal mehr: Pornografie funktioniert, berichtet das Testportal ’netzsieger.de‘ Sie zieht die Blicke der Öffentlichkeit an, sie polarisiert, sie fasziniert – und sie treibt die Einschaltquoten in die Höhe. Mit Blick auf die Statistik ist das riesige mediale Interesse kaum verwunderlich.

Mehr als 14 Millionen Deutsche sehen sich nämlich regelmäßig pornografische Inhalte im Netz an. 25 Prozent aller Suchanfragen im Internet drehen sich um Pornografie, das entspricht rund 68 Millionen Anfragen täglich. Allein die US-Pornoindustrie macht einen geschätzten Jahresumsatz von 2,84 Milliarden Dollar mit Internet-Pornografie, im Videoverkauf beziehungsweise -verleih sind es sogar 3,62 Milliarden Dollar.

90 Prozent wünschen liberaleren Umgang

Auch soziologische Studien liefern imposante Zahlen zu diesem Thema. Der unlängst erschienenen Quarks-Umfrage zufolge finden 90 Prozent der Bundesbürger, dass über Pornografie offener gesprochen werden sollte. Die Studie förderte auch zutage, dass es ganze 49 Prozent der Deutschen unbedenklich finden, Pornos zu konsumieren. Nur vier Prozent sprechen sich für ein Pornografie-Verbot aus. Die Devise lautet ganz klar „Sex sells“, und das vor allem im Netz.  Wen wundert es da noch, dass weltweit rund 30.000 Sex-Clips pro Sekunde abgespielt werden?