Montag, 16. Oktober 2017, 20:54 Uhr

Affentheater um Roberto Blanco: Worum geht es da eigentlich?

Roberto Blanco hat noch nie ein Geheimnis aus seinem Privatleben gemacht. Auch in seiner neuen Autobiografie erzählt er offen. Kritik dafür gibt es vor allem von einer Seite.

Affentheater um Roberto Blanco: Worum geht es da eigentlich?
Foto: Ralf Succo/WENN.com

Aufmerksamkeit hat sich Roberto Blanco für seine kürzlich erschienene Autobiografie bestimmt gewünscht, aber wahrscheinlich nicht solche. In „Von der Seele“ gibt der 80-Jährige Schunkelkönig Einblicke in sein langes und bewegtes Leben, mehr als 60 Jahre auf der Bühne liefern schließlich genug Stoff. Neben Anekdoten aus dem Showbusiness gibt der Schlagerstar auch Seitensprünge mit Fans und Stewardessen während seiner ersten Ehe mit Mireille preis und feuert damit den seit Jahren andauernden Streit in der Familie Blanco an – inklusive eines Showdowns auf der Frankfurter Buchmesse.

Patricia Blanco stürmt Buchmesse

Seine Tochter Patricia kritisierte ihn bei der Vorstellung seines Buches am Samstag, wie mehrere Medien berichtet hatten. Mit einem Kameramann stürmte sie auf die Buchmesse und wurde schließlich von Sicherheitskräften wieder abgeführt, wie auf Fotos zu sehen ist. „Er hat in seinem Buch übel gegen uns nachgetreten, das habe ich ihm zurückgegeben“, sagte die 46-Jährige der „Bild“-Zeitung. Auch der Entertainer äußerte sich und warf seiner Tochter ein abgekartetes Spiel um Schlagzeilen vor. Patricia Blanco war am Montag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In seiner Autobiografie schreibt der Sänger vom Luxusleben mit seiner Familie und von dem Auf und Ab, das er erlebt hat. Das Verhältnis zwischen ihm, seiner Tochter Patricia und seiner 81 Jahre alten Ex-Frau Mireille gilt schon seit Jahren als zerrüttet. Bei dem Streit geht es anscheinend wohl vor allem um Geld, wie Blanco auch in seiner Autobiografie andeutet: „Wenn manche Kinder zu sehr verwöhnt werden und im Luxus aufwachsen, achten sie den Wert der Dinge nicht mehr.“

Blanco hat mit seiner Familie abgeschlossen

Die Beteiligten kommunizieren fast ausschließlich über die Medien miteinander. „Wenn Beziehungen nicht so funktionieren, wie wir es uns wünschen, ist nie nur einer schuld. Auch wenn das die bequemste Lösung ist“, schreibt Blanco in seinem Buch. Schon vor dem Aufeinandertreffen bei der Buchmesse hatte der Sänger mit seiner Familie abgeschlossen. „Diese Familie ist für mich – leider muss ich sagen gestorben“, sagte Blanco kürzlich der Deutschen Presse-Agentur in München. „Ich bin fertig mit dem Thema.“

Affentheater um Roberto Blanco: Worum geht es da eigentlich?
Foto: Sven Hoppe

Doch seine Biografie sei keine Abrechnung mit seiner Familie. Vor allem schildert er darin auf lockere Art seitenweise Begegnungen mit Menschen wie dem Popstar Michael Jackson oder einflussreichen Politikern wie Helmut Kohl oder Franz Josef Strauß, er erzählt von seinen Reisen um die Welt – erst als Sohn einer Revuetänzerin und eines Musikers und später als gefragter Schlagersänger.

Scheinbar für die Bühne geboren

Er zeigt sich darin als Optimist, dem viele Herzen zugeflogen sind. Er gibt sich auch als jemand, der nach seiner Überzeugung mit seiner Art bisher gut gefahren ist und sich nicht verbiegen lassen will. „Ich bin scheinbar für die Bühne geboren“, sagt Blanco mit Blick auf seine lange Karriere. Mit seinem Hit „Ein bisschen Spaß muss sein“ feierte er einen seiner größten Erfolge. In seiner Biografie habe er frei von seiner Seele erzählt und sich nicht verstellen wollen, sagt Blanco. Und wenn man von der Seele spreche, dann müsse man eben sagen, was passiert sei. (Aleksandra Bakmaz, dpa)