Montag, 16. Oktober 2017, 9:22 Uhr

RAF-"Tatort": Stefan Aust empört sich über das Ende

Der „Tatort“ aus Stuttgart am Sonntagabend hat einige Fragen aufgeworfen. Auch RAF-Experte und einstiger Chefredakteur des ‚Spiegel‘ Stefan Aust (71) sieht den Film kritisch.

RAF-"Tatort": Stefan Aust empört sich über das Ende
Tatort „Rote Schatten“: Die Bilder von der Schleyer-Entführung fesseln Wilhelm Jordan (Elias Popp), Astrid Frühwein (Emma Jane) und ihr Umfeld. Foto: SWR/Sabine Hackenberg

Der Journalist Stefan Aust hat die Darstellung der Todesnacht von Stammheim im Stuttgart-„Tatort“ als RAF-Propaganda kritisiert. In der Folge  am Sonntagabend war die Frage offen geblieben, ob die Terroristen der „Roten Armee Fraktion (RAF) sich 1977 im Gefängnis das Leben nahmen – oder doch ermordet wurden.

Gefährlicher Unsinn

„Es gibt keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass es Selbstmord war“, sagte Aust der „Bild“-Zeitung über die neuerlich aufgewärmten Verschwörungstheorie. Im „Tatort“ „Der rote Schatten“ wurde der Mord an den Gefangenen der RAF durch eine geheime Truppe inszeniert. „Das wird bei den Zuschauern hängen bleiben“, kritisierte Aust, Autor des Buches „Der Baader-Meinhof-Komplex“. „Ich halte das für sehr problematisch. Das ist RAF-Propaganda.“

Er könne nicht verstehen, „dass zur Hauptsendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen so ein gefährlicher Unsinn verbreitet werden kann.“

In der „Todesnacht von Stammheim“ hatten die inhaftierten Anführer der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Gefängniszellen Suizid begingen. Und das, obwohl ein Kontaktverbot bestanden hatte. Mehr dazu hier. (dpa/KT)