Mittwoch, 18. Oktober 2017, 9:18 Uhr

Jennifer Lawrence: "Wir mussten uns in einer Reihe nackt aufstellen"

Nachdem sich nun jede Menge Schauspielerinnen der A-Kategorie im Hollywood-Skandal um Harvey Weinstein – zum Teil auch als Betroffene – äußerten, plauderte auch Jennifer Lawrence über ihre erniedrigende Erfahrungen.

 Jennifer Lawrence: "Wir mussten uns in einer Reihe nackt aufstellen"
Foto: FayesVision/WENN.com

In einer Rede bei einer Veranstaltung des US-‚Elle‘-Magazins am Montagabend sprach sie über entwürdigende Prozeduren in Vorbereitung eines Films, dessen Titel sie aber nicht nannte. So sei ein Mädchen im Vorfeld der Dreharbeiten gefeuert worden, weil sie nicht schnell genug abgenommen hätte.

Nacktfotos als Inspiration für eine Diät

„Und in dieser Zeit ließ mich eine Produzentin mit etwa fünf anderen, sehr viel dünneren Frauen in einer Reihe nackt aufstellen. Wir standen nebeneinander, nur unsere Geschlechtsteile mit Klebeband bedeckt“. Die Fotos wurden im Rahmen eines Castings angefertigt. „Die Produzentin empfahl mir, die Nacktfotos als Inspiration für meine Diät zu benutzen“, zitierte ‚Elle‘ aus ihrer Rede.

Lawrence ist ja dafür bekannt, dass sie ihre Meinung auch öffentlich kundtut, verriet dann weitere schockierende Details aus dem Casting: „Ich hatte darum gebeten, mit einem (anderen) Produzenten über das unrealistische Diät-Regime zu sprechen, und er sagte mir, dass er gar nicht wisse, warum alle dachten, ich sei so fett. Ich wäre doch perfekt zum F***.“ Die Schauspielerin fügte hinzu: „Ich ließ mich auf eine bestimmte Art und Weise behandeln, weil ich dachte, ich müsse es für meine Karriere tun. Ich lerne noch immer, dass ich nicht lachen muss, wenn ich mich durch einen Mann unwohl fühle“.

Lawrence wollte Karriere machen

Die 27-jährige fügte hinzu: „Ich war gefangen. Ich wollte kein Whistleblower sein, ich wollte nicht, dass diese peinlichen Geschichten in Zeitungen erzählt werden, ich wollte nur Karriere machen“. Die Verhältnisse hätten sich nach den ‚Tribute von Panem‘-Filmen geändert, weil sie damit in die Star-Liga aufgestiegen war und die Macht hatte „‚Nein‘ zu sagen“.

Die Oscar-Preisträgerin rief dazu auf, die aktuellen Missbrauchsvorwürfe ernst zu nehmen und auch zu ahnden. „Wir werden zusammen und ab sofort verhindern, dass es weiter solche Verhaltensweisen gibt.“ (PV)