Mittwoch, 18. Oktober 2017, 12:54 Uhr

Weinstein-Skandal: Amazon-Studio-Boss zurückgetreten

Der Skandal um den sexsüchtigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein zieht weiter Kreise. Nun nimmt der Chef des Amazon Studios seinen Hut, nachdem ihm eine Mitarbeiterin Fehlverhalten vorgeworfen hatte.

Weinstein-Skandal: Amazon-Studio-Boss zurückgetreten
Roy Price 2015 bei den Münchner Medientagen. Foto: Sven Hoppe

Roy Price, Chef der Amazon Studios, ist im Zuge des Weinstein-Skandals zurückgetreten. Das bestätigte gestern ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen, eine Filmproduzentin des Unternehmens mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt zu haben. Isa Hackett, die für die Serie „The Man in the High Castle“ als Produzentin tätig war, hatte ihm im Branchen-Magazin „Hollywood Reporter“ vorgeworfen, ihr 2015 in einem Taxi gesagt zu haben, sie werde seinen Penis lieben. Vor Kollegen auf einer Party habe er außerdem auch laut „Analsex“ in ihr Ohr gesagt. Am 12. Oktober war der 50-Jährige deswegen bereits suspendiert worden.

Amazon-Boss Jeff Bezos hat nicht reagiert

Das zum Online-Riesen Amazon gehörende Filmstudio arbeitete eng mit Hollywood-Mogul Harvey Weinstein zusammen. Die US-Schauspielerin Rose McGowan (44, „Death Proof – Todsicher“) hatte kürzlich auch den Amazon-Oberboss Jeff Bezos öffentlich angegriffen: Sie habe Price „wieder und wieder“ gesagt, dass „HW“ sie vergewaltigt habe, ohne dass der überhaupt reagiert habe. Die Initialen HW hatte sie nicht erklärt, allerdings Weinstein in einem früheren Tweet in den Zusammenhang von Vergewaltigungen gerückt. „Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren“, schrieb die 44-Jährige an Bezos. Weinstein streitet bislang alle Vorwürfe ab.