Sonntag, 22. Oktober 2017, 20:03 Uhr

Khalid: Der US-Shootingstar des Jahres im Interview

Mit Khalid (19) aus Texas geht 2017 ein Newcomer an den Start, von dem wir in Zukunft noch sehr viel hören dürften. Mit seiner gefühlsbetonten Musik erobert er die Musikwelt im Sturm. So konnte er in kürzester Zeit mit Größen wie Calvin Harris, Lorde oder auch Future zusammenarbeiten. klatsch-tratsch.de hat sich mit dem sympathischen Sänger zum Talk getroffen.

Khalid: Der US-Shootingstar des Jahres im Interview
Foto: Judy Eddy/WENN.com

Du bist auch in Deutschland aufgewachsen. Hast du noch Erinnerungen an Heidelberg?
Ja, ich bin im Grundschulalter dorthin gezogen und hatte eine schöne Zeit dort. Das Schloss in Heidelberg ist wunderschön. Ich war als Kind am Neckar häufig die Vögel füttern und im Zoo. Als ich etwa 13 war sind wir weggezogen. In der Zwischenzeit habe ich mein Deutsch leider komplett verlernt.

Lass uns über dein Album „American Team“ sprechen …
Das Konzept des Albums war es für mich vor allem Selbstakzeptanz und Selbstverwirklichung. Ich will mit dem Album meine Geschichten aber auch die meiner Freunde erzählen. Ich sehe das Album als eine Art Zeitkapsel, die abbildet, wie ich aufgewachsen bin und wie ich mich entwickelt habe. Ich werde noch in drei-vier Jahren auf diese Zeit zurückblicken und dann sagen können: So habe ich mich mit 17 gefühlt.

Emotionale Sounds

Aktuell bist du ja mit Touren, Studio und Ähnlichem so eingespannt, dass du vermutlich gar nicht so viel Zeit haben dürftest privat so viel zu erleben …
Da hast du vollkommen recht. Momentan ziehe ich mir viel aus den Gesprächen mit Freunden und lasse mich durch ihre Erlebnisse inspirieren. Ich habe noch immer die gleichen Freunde, die ich schon hatte, als ich das Album gemacht habe. Dadurch weiß ich wie ihre Probleme, ihre Beziehungen oder auch ihre Unizeit sich entwickelt haben und schreibe ein wenig aus ihrer Perspektive.

Deinen Song „Location“ hast du über ein Mädchen namens Amanda geschrieben. Hast du von ihr jemals eine Reaktion dazu erhalten?
Nein, wir reden momentan nicht miteinander, dennoch hoffe ich, dass es ihr gut geht. Wir folgen uns auch nirgends Social Mediamäßig. Wir haben nur je die Nummer des anderen abgespeichert. That‘s it.

Khalid: Der US-Shootingstar des Jahres im Interview
Foto: Judy Eddy/WENN.com

Deine Songs sind ausgesprochen emotional. Bist du allgemein so ein Sensibelchen oder nur in deinen Songs?
Ich bin allgemein sehr emotional und liebe es diese Gefühle in meiner Musik zu verarbeiten. Viele meiner Songs sind eher traurig, weil ich diese Emotionen nicht so in mir herumtragen möchte. Wenn ich diese Gefühle in meiner Musik verarbeite, können daraus neue Energien entstehen und ich hoffe mit diesen können die Leute, die sich meine Musik anhören für sich etwas Positives machen.

Wie du ja eben selbst gesagt hast, haben viele deiner Songs eine gewisse Schwere. Könntest du dir vorstellen mal einen Partytrack zu machen?
Wenn ich Mal eine Hook machen würde und jemand dazu rappt, könnte ich mir das schon vorstellen. Darüber habe ich schon nachgedacht, aber eigentlich liebe ich die Musik, die ich momentan mache. Sie hat einfach so viel Bedeutung.

Mutter Linda singt ihn an die Wand

Ist das nicht manchmal hart, ständig seine tiefsten Gefühle vor Tausenden von Leuten offenzulegen?
Jedes Mal wenn ich auftrete, schmeißt es mich zurück in diese Situation und ich fühle wieder genau das, was ich damals gefühlt habe. Ich finde aber, dass es als Künstler dazugehört dieses Opfer zu bringen. Die Zuhörer lieben es und haben eine gute Zeit und fühlen mit. Wenn ich ins Publikum schaue, sehe ich manchmal Tränen im Publikum und weiss, dass ich da gerade nicht alleine durchgehe.

Deine Mutter Linda ist dein größtes Vorbild und auch deine größte Inspiration. Sie opferte ihre eigene Musikkarriere, um Dich großzuziehen. Ist eine da eine Zusammenarbeit geplant?
Hoffentlich. Momentan nicht ist aber nichts geplant, da ich gerade das Gefühl habe, dass sie mich locker an die Wand singen würde. Falls wir mal rumhängen und es uns überkommt einen Song zu machen, dann wäre ich sofort dabei.

Wie steht sie zu deiner Musik?
Sie ist total happy. Sie wollte immer Musik in ihrem Leben machen, aber musste diesen Traum aufgeben, als sie mich bekommen hat. Dass meine Karriere von Erfolg gekrönt ist, freut sie sehr. Dadurch kann sie so ein bisschen diesen Traum mitleben.

Was würdest du machen, wenn es mit der Karriere nicht so geklappt hätte?
Ich wäre vermutlich Musiklehrer irgendwo in Arizona geworden. Ich wäre so vermutlich auch glücklich.

Calvin Harris ist ein guter Freund

Wie war es eigentlich mit Calvin Harris zusammenzuarbeiten?
Er ist echt ein guter Freund von mir. Wir haben uns über Twitter kennengelernt. Er hat mich zu sich eingeladen und wir haben stundenlang geredet. Daraus ist dieser Song entstanden, der sich zu einem meiner Lieblingskollaborationen gemausert hat. Er ist echt ein toller Typ.

Du hast mal gesagt, dass du noch nie bei Tinder angemeldet warst. Warum eigentlich nicht?
Ich will lieber mit Leuten reden, die ich schon kenne oder die ich zumindest persönlich kennengelernt habe. Mir ist diese persönliche Komponente total wichtig.

Hast du das Gefühl, dass es für dich einfacher geworden ist durch den Erfolg Frauen kennenzulernen?
Auf jeden Fall. Ich bin aber noch immer an den gleichen Leuten interessiert, für die ich mich schon vor meiner Karriere interessiert habe.

Wenn du einen Tag jemand anderes sein könntest, wen würdest du wählen?
Meinen Kumpel Jaden Smith. Er ist einfach großartig und die Art wie er denkt, ist einfach unserer Zeit voraus. Ich würde gerne einfach Mal in seinem Kopf stecken. Er ist echt ein cooler Typ.

Du bist momentan mit Lorde auf Tour. Wie ist das so?
Sie ist großartig. Wir sind echt gute Freunde und sie guckt sich jeden Abend meine Show an. Sie ist eine tolle Performerin und ich schaue mir gerne ihre Auftritte an. Ihr zuzusehen ist sehr lehrreich. Ich hoffe, ich kann mir das ein oder andere von ihr abgucken.

Was steht 2017 noch an?
Vor allem Touren und in den kurzen Momenten dazwischen im Studio an neuen Sachen arbeiten. Anfang nächsten Jahres komme ich dann auch wieder nach Europa. Darauf freue ich mich schon jetzt sehr. Ich hoffe, ich finde dann auch Zeit Mal wieder nach Heidelberg zu fahren.