Donnerstag, 02. November 2017, 18:10 Uhr

Axel Prahl: "Man soll nie aufhören, wenn es am schönsten ist"

Immer wieder gab es in letzter Zeit Gerüchte, dass Axel Prahl und Jan Josef Liefers in naher Zukunft den „Tatort“-Dienst quittieren könnten. Doch danach sieht es gottlob vorerst nicht aus.

Ausgerechnet jetzt laufen Mordermittlungen in der Kunstszene
Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach

Über ihren Ausstieg wird oft gemunkelt, aber für Axel Prahl steht fest: „Unser derzeitiges Motto ist: Man soll nie aufhören, wenn es am schönsten ist.“ Das sagte der 57-jährige Schauspieler in einem am Donnerstag in Auszügen vorab veröffentlichten Gespräch mit der Zeitschrift „TV Digital“. Prahl spielt seit 15 Jahren mit Partner Jan Josef Liefers (53) das Ermittler-Duo im ARD-„Tatort“-Krimi aus Münster, der mit Quoten von etwa 13 Millionen Zuschauern pro Folge mit Abstand der erfolgreichste der populären Reihe ist.

Und Jan Josef Liefers fügte hinzu: „Unsere Verträge waren von Anfang an zeitlich immer begrenzt. Das ist ein eingebauter Unsicherheitsfaktor, den wir uns auferlegt haben. Denn wenn es uns nicht gelingen sollte, mit den Figuren und den Inhalten frisch zu bleiben und uns immer wieder neu zu erfinden, könnten und sollten wir lieber aufhören, statt noch ewig auf der Stelle zu treten.“

Ausgerechnet jetzt laufen Mordermittlungen in der Kunstszene
Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach

In Presseberichten war zuletzt die Rede davon, dass die Ermittler auf jeden Fall bis 2020 dabei sein wollten, der zuständige Westdeutsche Rundfunk kommentierte dies allerdings nicht.

Krimiflut – aber ohne viele neue Ideen

Über die Krimiflut im deutschen Fernsehen sprachen die beiden TV-Stars auch. „Bei uns sind die Genres auffällig aus der Balance geraten, weil gefühlt nur jeder fünfte fiktionale TV-Beitrag kein Krimi ist.“, so Jan Josef Liefers. „Mittlerweile weiß man gar nicht mehr, ob wirklich nur Krimis so viele Zuschauer anlocken – oder ob die Leute so viele Krimis gucken, weil ihnen kaum noch etwas anderes angeboten wird.“ Prahl fügte hinzu:: „Dabei sind die Ingredienzen für einen Krimi eigentlich total begrenzt. Es gibt ja kaum noch etwas, was man vorher noch nie gesehen hat. Immer wird jemand erstochen, erschlagen, erhängt, erwürgt oder erdrosselt … Ich wünschte, dass man mit etwas mehr Fantasie noch in viele andere Lebensbereiche reinschauen könnte, um eine gute fiktionale Abendunterhaltung herzustellen.“

Ausgerechnet jetzt laufen Mordermittlungen in der Kunstszene
Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach

Der nächste Fall für Prahl und Liefers als Hauptkommissar Thiel und Rechtsmediziner Professor Boerne läuft am 19. November und heißt „Gott ist auch nur ein Mensch“ (siehe unsere Fotos). Darum geht es um Mordermittlungen in der Kunstszene. (dpa/KT)