Sonntag, 05. November 2017, 17:38 Uhr

Kevin Spacey ist am Ende: Neue Vorwürfe vom Dreyfuss-Sohn

Nein, Hollywood kommt nicht zur Ruhe. Nach der Lawine von Vorwürfen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein werfen mittlerweile mehr als zehn Männer dem „House of Cards“-Star Kevin Spacey vor, sexuell belästigt worden zu sein. Ist seine Karriere am Ende?

Kevin Spacey ist am Ende: Neue Vorwürfe vom Dreyfuss-Sohn
Kevin Spacey am Filmset von ‚Rebel in the Rye‘ 2016. Foto: Pacific Coast News/WENN.com

Die Vorwürfe gegen den Oscarpreisträger Kevin Spacey (58) wegen sexueller Übergriffe mehren sich. Dem Portal „Buzzfeed“ zufolge warf über das Wochenende auch Harry Dreyfuss, Sohn des Schauspielers Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“), Spacey sexuelle Belästigung vor.

Der Vorfall soll sich im Jahr 2008 zugetragen haben, als Harry Dreyfuss 18 Jahre alt war. Mittlerweile werfen mehr als zehn Männer dem „House of Cards“-Star Spacey vor, ihnen gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein.

Spacey ist „ein sexuelles Raubtier“

Harry hat seinen Vater wieder einmal mit zu Spacey begleitet. „Es geschah eines Nachts, als wir drei allein in Kevins Wohnung die Zeilen meines Vaters übten“, schrieb Dreyfuss (siehe mit seinem Vater in einem älteren Video unten) laut „Buzzfeed“. „Mein Vater sah nichts, und ich habe ihm viele Jahre nichts von dem Vorfall erzählt. Stattdessen habe ich die nächsten neun Jahre damit verbracht, Leuten die Geschichte auf Partys als Witz zu erzählen.“ Dreyfuss bezeichnete Spacey als „sexuelles Raubtier“. Der Star habe ihn überall begrapscht und die Hand auf seinen Schritt gelegt.

„Erst in diesem Jahr, wo so viele Leute tapfer mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gehen sind und die Forderung nach einer bessere Welt so breite Unterstützung gefunden hat, habe ich gemerkt, wie bedeutend meine eigene Geschichte ist“, schreibt Dreyfuss in dem Essay.

Angefangen hatte alles mit Vorwürfen des Schauspielers Anthony Rapp (46, „Star Trek: Discovery“), der über sexuelle Übergriffe durch Spacey berichtet hatte. Spacey habe sich in therapeutische Behandlung begeben, erklärte eine Sprecherin.

Netflix hat Spacey gekündigt

Der Internet-Streamingdienst Netflix zog unterdessen die Notbremse und trennte sich von Spacey. Am Set der Polit-Dramaserie „House of Cards“ ist Spacey nicht mehr willkommen. Netflix schloss ihn am Freitag von der weiteren Mitarbeit aus. In der Serie spielte Spacey den skrupellosen US-Präsidenten Frank Underwood.

„Netflix wird an keiner weiteren Produktion von „House of Cards“ beteiligt sein, bei der Kevin Spacey dabei ist“, hieß es in der Mitteilung des Streamingdienstes. Man wolle weiter mit der Produktionsfirma Media Rights Capital (MRC) über die Zukunft der Serie nachdenken. Dreharbeiten für die sechste Staffel der Serie liegen derzeit auf Eis. Die Serie hatte ohnehin nach dem Ende der sechsten Staffel enden sollen.

Endlose Anschuldigungen

Spacey ist einer von mehreren Hollywood-Größen, die sich derzeit mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung und des Missbrauchs konfrontiert sehen. Auch gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein (65) kamen neue Anschuldigungen ans Licht. Die Schauspielerin Paz de la Huerta („Boardwalk Empire“) sagte dem TV-Sender CBS, dass Weinstein sie 2010 zweimal vergewaltigt habe.

Die New Yorker Polizei bestätigte, dass die Vorfälle untersucht würden. Bei früheren Vorwürfen hatte Weinstein nicht-einvernehmlichen Sex bestritten. De la Huerta behauptet, Weinstein habe sie im November 2010 in ihrer New Yorker Wohnung vergewaltigt, nachdem er sie nach Hause gebracht und darauf bestanden habe, dass sie ihn auf einen Drink ins Haus lässt. Dort habe er sie aufs Bett gedrückt und vergewaltigt, sagte Ermittler Robert Boyce.

Da sich Weinstein außerhalb New Yorks in Therapie befindet, wäre ein Haftbefehl notwendig, um ihn festzunehmen, sagte Boyce. Die Polizei sammle derzeit weiter Beweise. Wäre Weinstein weiter in New York und wäre der Fall erst vor kurzer Zeit passiert, würde die Polizei ihn unmittelbar festnehmen, sagte Boyce.

Netflix kündigte zudem an, man werde den von Spacey produzierten Film „Gore“, in dem er die Rolle des Autors Gore Vidal spielt, nicht veröffentlichen. Auch Spaceys Sprecherin und seine Agentur trennten sich von ihm. (dpa/KT)