Freitag, 10. November 2017, 9:36 Uhr

GQ Awards 2017: Das hier sind die Strahlemänner des Jahres

Gestern Abend verlieh das Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly in der Komischen Oper Berlin zum 19. Mal die „GQ Men of the Year Awards“.

GQ Awards 2017: Das hier sind die Strahlemänner des Jahres
Foto: Matthias Nareyek/Getty Images for GQ

Bei einer stilvollen Gala erhielten herausragende Persönlichkeiten aus dem internationalen und deutschen Show- und Musikgeschäft sowie Mode, Kultur und Sport in zehn Kategorien den begehrten Preis. Rund 850 geladene Gäste erlebten eine Preisverleihung voller Höhepunkte.

Arnold Schwarzenegger bekam den Preis als „Legend of the Century“ (wir berichteten). Vom Publikum wurde der 70-Jährige, der in Begleitung seines Sohnes Patrick zur Verleihung kam, für seine Jahrhundertkarriere gefeiert. Ein emotionaler Moment war auch die Auszeichnung von Philipp Lahm, der für seine herausragenden sportlichen Erfolge und sein soziales Engagement geehrt wurde.

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Arnold Schwarzenegger, Philipp Lahm und Patrick Schwarzenegger. Foto: Gisela Schober/Getty Images for GQ

Stilvollste Gala des Jahres

Für die stilvollsten Auftritte des Abends sorgten die Models Johannes Huebl („Influencer of the Year“) und David Gandy („Style Icon“) sowie Thom Browne, der den Preis als „Designer of the Year“ bekam. Ein besonderes Highlight war die Auszeichnung des Films „Willkommen bei den Hartmanns“. Schauspieler Clemens Schick würdigte als Laudator den Film für seine menschliche, humorvolle und tiefgründige Thematisierung der Flüchtlingsdebatte.

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Simon Verhoeven und Barbara Schöneberger. Foto: Franziska Krug/Getty Images for GQ

Moderatorin Barbara Schöneberger gab gleich die Richtung vor: „Bill Cosby hat mehr Frauen eingeschläfert als der Sandmann“, sagte sie zu Beginn der Gala – und wollte gleich von Ehrengast Arnold Schwarzenegger wissen, was denn da los sei in den USA.

Schauspieler Til Schweiger hat dort lange gelebt – und auch bei einem Besuch vor kurzem habe er mit vielen Insidern gesprochen: „Alle sagen unisono, dass es eigentlich ein offenes Geheimnis war und dass es verlogen ist, dass jetzt alle so erschüttert tun.“ Schweiger betonte: „Generell sollten die Männer die Frauen mit sehr viel Respekt behandeln und umgekehrt.“

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Philipp Lahm. Foto: Gisela Schober/Getty Images for GQ

Sexismus: Offenes Geheimnis in Hollywood

Und Regisseur Simon Verhoeven, dessen Film „Willkommen bei den Hartmanns“ einen Ehrenpreis bekam, stellte fest, man dürfe keine Hexenjagd veranstalten, aber es gebe ihm „ein Gefühl der Genugtuung“, wenn jemand wie Hollywoodmogul Harvey Weinstein überführt worden sei. Selbst er, der nur ganz selten in Hollywood gewesen sei, habe „das offene Geheimnis mitbekommen“. Er hoffe, dass in Zukunft eine Frau immer „Nein“ sagen könne und dies der Mann respektiere.

Für ihn sei es wichtig, schon dem Nachwuchs früh beizubringen, wie man sich gegenüber anderen richtig verhalte.

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Model David Gandy . Foto: Gisela Schober/Getty Images for GQ

Die Preisverleihung gilt als eine besonders glamouröse. Und so zeigten sich Frauen wie Männer im edlen Outfit. Fußballweltmeister Philipp Lahm erschien im silbergrauen Anzug mit gewebter schwarzer Krawatte. „Ich habe mich vorhin auf dem roten Teppich, ja, puh, wohl gefühlt, aber auf dem grünen Rasen war es für mich einfacher“, betonte er unter Beifall auf der Bühne.

Beim Zielschießen in geöffnete Waschmaschinen war er allerdings genauso erfolglos wie andere, die es versuchten. „Dass man miteinander respektvoll umgeht, sollte die Normalität sein“, sagte er zur Debatte um Alltagssexismus.

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Johannes Huebl. Foto: Franziska Krug/Getty Images for GQ

„In Amerika bereiten sie etwas vor“

Eine klassische schwarze Anzugkombination mit Weste und Krawatte hatte Matthias Schweighöfer gewählt. Er verurteilte Machtmissbrauch „in jedem Bereich, ob durch Frauen oder Männer“. Musiker Mark Forster eröffnete die Gala mit seinem Hit „Chöre“ im dunkelblauen Smoking. Einen weiteren Auftritt hatte er mit seinem aktuellen Titel „Kogong“ – und den Preis als bester Musiker durfte er sich auch abholen.

Ausgezeichnet wurden auch Jazz-Musiker Gregory Porter im Bereich internationale Musik und „Fack Ju Göhte 3“ als bester deutscher Film.

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Mark Forster und Matthias Schweighoefer. Foto: Gisela Schober/Getty Images for GQ

Und auch die Modewelt wurde reichlich bedacht mit Awards: Der US-Amerikaner Thom Browne wurde als „Designer of the Year“ ausgezeichnet, das britische Männermodel David Gandy als „Stilikone“. Die Debatte um sexuelle Belästigung und Missbrauch werde bald auch die Mode erreichen, zeigte sich sein Kollege Johannes Huebl sicher.

Der Deutsche, der als „Influencer of the Year“ ausgezeichnet wurde, sagte: „Ich glaube, in Amerika gibt es Journalisten, die da etwas vorbereiten.“ Für Fehlverhalten von Männern gebe es keine Entschuldigung. „Es ist gut, dass sich viele Menschen nach vorne wagen und Mut haben.“ (KT/dpa)

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Elyas M’Barek, Max von der Groeben, Jella Haase, Barbara Schöneberger, Gizem Emre & Janin Ullmann. foto: Franziska Krug/Getty Images for GQ

Die Preisträger der „GQ Men of the Year Awards 2017“

– Legend of the Century: Arnold Schwarzenegger
– Style Icon: David Gandy
– Influencer of the Year: Johannes Huebl
– Actor National: Matthias Schweighöfer
– Special Achievement: „Willkommen bei den Hartmanns“ (Eric Kabongo, Elyas M’Barek, Palina Rojinski, Simon Verhoeven und Quirin Berg)
– Music National: Mark Forster
– Music International: Gregory Porter
– Designer of the Year: Thom Browne
– Sports Icon: Philipp Lahm
– Movie National: „Fack Ju Göhte“ (Elyas M’Barek, Jella Haase, Gizem Emre, Max von der Groeben)