Samstag, 11. November 2017, 11:11 Uhr

Der elfte Elfte um 11.11 Uhr - warum eigentlich?

Die Narren sind wieder los – wenn auch nur für kurze Zeit. Der Auftakt der Karnevalssaison aber birgt viele ungelöste Fragen.

Der elfte Elfte - warum eigentlich?
Es geht wieder los. Foto: Federico Gambarini

Am elften Elften um 11 Uhr 11 beginnt die neue Karnevalssession. Warum genau dann? Man weiß es nicht genau. Vermutungen gibt es viele: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Außerdem begann am 11. November, dem Martinstag, früher eine Fastenzeit bis Weihnachten. Und da wollte man vorher noch mal richtig ‚reinhauen und auf den Tischen tanzen.

Heute hat in den Karnevalshochburgen sehr vieles mit der Zahl Elf zu tun. Sitzungen beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern elf Minuten später, und geleitet werden sie vom Elferrat.

Für Karnevals-Unerfahrene ist überraschend, dass am 11.11. für einen Tag die Hölle losbricht – und dann tun die Narren erst mal wieder so, als sei nichts gewesen. Erst im neuen Jahr beginnt die Session mit dem Sitzungskarneval so richtig.

Fahrverbot für Lastwagen

Für viele Rheinländer ist der Tag ein Lichtblick im grauen November. In diesem Jahr fällt der Sessionsauftakt zur Freude vieler Feierwütiger auf einen Samstag. Die Karnevalshochburgen rechnen deshalb mit besonders vielen Jecken.

Die Kölner Polizei reagiert mit hoher Polizeipräsenz auf den erwarteten Andrang. Rund 1000 Polizisten werden laut Pressestelle zusätzlich im Einsatz sein. Auch ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen soll es nach Angaben des Polizeipräsidiums in der Innenstadt geben. Mobile Sperren sind ebenfalls geplant. In Düsseldorf sieht die Polizei die Lage sehr viel entspannter: Zwar werden einige Beamte zusätzlich auf den Beinen sein, aber mit einem ähnlichen Andrang wie in Köln wird dort nicht gerechnet.

Viel Regen in Sicht

Um Punkt 11 Uhr 11 präsentiert sich das Kölner Dreigestirn zum ersten Mal seinen „jecken“ Anhängern. Anschließend wird gemäß dem diesjährigen Motto „Mer Kölsche danze us der Reih“ ausgelassen gefeiert. In Düsseldorf erwacht zur gleichen Zeit der Obernarr Hoppeditz und hält eine Spottrede.

Viele weiblichen Narren nach Angaben des Kölner Kostümhauses Deiters in diesem Jahr als Einhörner unterwegs. Bei den Männer sind unter anderem die Kostüme Mainzelmännchen und Minion beliebt.

Ohne Regenschirm sollten die Karnevalisten aber nicht losziehen. „Regnen wird es im Laufe des Tages wohl auf jeden Fall. Wann genau, ist schwer zu sagen. Aber man kann am Samstag schon ordentlich nass werden“, sagt Malte Witt vom Deutschen Wetterdienst. Auch starke bis stürmische Böen kann der Meteorologe nicht ausschließen. „Momentan sieht es leider nicht so aus, dass es sonderlich gemütlich wird.“

In Bonn, wo aktuell die Weltklimakonferenz stattfindet, werden neben Karnevalsliedern auch ernstere Töne angeschlagen. Mehrere Tausend Klimagegner wollen für eine umfassende Energiewende protestieren. (dpa)