Sonntag, 12. November 2017, 19:19 Uhr

Kevin Spacey sorgt für Chaos bei Filmemachern

Nachdem Netflix sich dazu entschieden hat, die Serie „House of Cards“ abzusetzen – wohl auch aufgrund der Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey, verliert der nun auch seine Rolle im geplanten Film „Alles Geld der Welt“ von Regisseur Ridley Scott.

Kevin Spacey sorgt für Chaos bei Filmemachern
Jungstar Nicholas Hoult mit Kevin Spacey am Set von ‚Rebel in the Rye‘. Foto: Pacific Coast News/WENN.com

Die Produzenten hielten das für die beste Entscheidung, nachdem der Hollywood-Star bezichtigt wird in den letzten 30 Jahren mehrere sexuelle Übergriffe begangen zu haben, einige davon gab er bereits zu. Nun wird Schauspieler Christopher Plummer die Rolle des Milliardärs J. Paul Getty übernehmen. Für das Filmteam wird es allerdings ein schweres Unterfangen, den Film aufgrund der massiven Änderungen rechtzeitig fertig zu kriegen (wir berichteten).

Sony und Imperative Entertainment, Geldgeber des Films, hatten inzwischen bereits darüber nachgedacht, die Veröffentlichung auf Januar 2018 zu schieben, allerdings kommt zu diesem Zeitpunkt auch die US-Serie „Trust“ von Danny Boyle in die Kinos, in der es ebenfalls um Getty geht. Also wird der Film voraussichtlich doch im Dezember fertig werden müssen. Für den 22. Dezember war auch der ursprüngliche US-Kinostart geplant.

Die Produktionsfirma Imperative Entertainment erklärte sich bereit dazu, die Kosten für die neuen Aufnahmen des Films zu übernehmen. Die Summe wird sich um die 10 Millionen Dollar bewegen.

Mark Wahlberg & Co. müssen  nochmal ran

Außerdem müssen die Schauspieler Mark Wahlberg und Michelle Williams, die eigentlich bereits drehfrei hatten, noch einmal ans Set kommen, um die Szenen, die sie gemeinsam mit Spacey gespielt hatten, nun noch einmal mit Plummer drehen. Dafür werden die beiden Hollywood-Stars natürlich noch einmal zusätzlich bezahlt.

Inzwischen wird daüber diskutiert, ob man Plummer nicht vor einer grünen Leinwand (Greenscreen) agieren lässt und ihn dann mithilfe visueller Effekte in den Film hineinbringt, anstatt alle Szenen nochmal komplett neu zu drehen. Der deutsche Kinostart war eigentlich für den 15. Februar 2018 vorgesehen.

An diesem Beispiel ist wohl gut das Chaos und der Schaden für die Filmindustrie zu erkennen, den ein sich so riesig entwickelter Skandal zur Folge hat. Die Entscheidung der Produzenten wird auch hier erneut die Frage aufwerfen, ob die Übergriffe eines bedeutenden Darstellers die Zuschauer so stark beeinflusst, dass auch die schauspielerischen Leistungen nicht mehr akzeptiert werden können und man diverse Filme nun auch nicht mehr genießen kann ohne schlechtem Gewissen.

Im deutschen Trailer (siehe oben) ist Spacey noch zu sehen. Unklar bleibt auch, was mit dem bereits abgedrehten Biopic „Rebel In The Rye“ über den amerikanischen Schriftstellers J. D. Salinger, wird. Da spielt Spacey neben Nicholas Hoult die Hauptrolle. In den USA hatte er Mitte September Premiere. In Deutschland kommt er womöglich gar nicht mehr ins Kino. (SV)