Mittwoch, 15. November 2017, 13:48 Uhr

Boris Becker: "Ich werde wohl nicht mehr zurückkommen"

Hat Deutschland seinen Helden für immer verloren? Boris Becker kann sich eine Rückkehr in seine Heimat nicht mehr vorstellen. In einer Woche (22. November) wird die deutsche Tennislegende 50 Jahre alt.

Boris Becker:  "Ich werde wohl nicht mehr zurückkommen"
Foto: ATP/WENN.com

Anlässlich seines runden Geburtstags äußerte sich Becker nun zu den Insolvenz-Vorwürfen gegen ihn: „Die Parteien nähern sich in außergerichtlichen Schlichtungsgesprächen an und sind bemüht, eine gütliche Lösung zu finden.“

Trotzdem sehe er seine eigenen Fehler ein: „Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt – was alles passieren kann, wenn Fehler passieren. Das ist eigentlich die größte Lehre, die ich daraus gezogen habe.“ Aber besonders seine älteren Kinder Noah, Elias und Anna hätten unter den Schlagzeilen über ihren Vater gelitten: „Ich habe mich mit allen meinen Kindern persönlich getroffen und ihre Fragen beantwortet.“ Eine Trennung von seiner 41-jährigen Ehefrau Lilly habe jedoch nie im Raum gestanden, stellt der Sportler im ‚Gala‘-Interview klar: „Es gab ehrliche und laute Diskussionen, in denen ich gefragt wurde: ‚Was ist denn da los?‘ Natürlich habe ich dann die Wahrheit gesagt, die der andere manchmal aber nicht hören möchte.“

Becker fühlt sich nicht mehr als Deutscher

Zusammen leben die beiden mit Sohn Amadeus seit zehn Jahren in ihrer Wahlheimat London. Eine Rückkehr nach Deutschland könne sich Becker deshalb nicht vorstellen: „Ich werde wohl nicht mehr nach Deutschland zurückkommen. Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher. Mein Zuhause ist London.“ Den Grund dafür hat der gebürtige Baden-Württemberger sofort parat: „Ich bin vor 50 Jahren in Deutschland geboren worden, habe die ersten 17 Jahre eine behütete und beschützte Kindheit erlebt, bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen.“