Dienstag, 21. November 2017, 12:44 Uhr

Natalie Portman und die Belästigungen in Hollywood

Natalie Portman kennt „100 Geschichten“ über sexuelles Fehlverhalten in Hollywood. Die ‚Black Swan‘-Darstellerin verrät, dass sie selbst schon mehrmals die Erfahrung von sexueller Belästigung in der Filmindustrie machen musste.

Natalie Portman und die Belästigungen in Hollywood
Miss Portmann mit ihrem Göttergatten Benjamin Millepied. Foto: Brian To/WENN.com

Auf dem Vulture Festival in Los Angeles erzählte sie: „Als ich hörte, wie alles herauskam, dachte ich mir ‚Wow, ich bin so froh, dass ich so was nicht erfahren musste.‘ Aber dann dachte ich nach und merkte, ‚Okay, ich wurde definitiv nicht vergewaltigt, definitiv nicht. Aber ich wurde diskriminiert oder belästigt in irgendeiner Weise bei fast allem, an dem ich gearbeitet habe. Ich ging über vom Gedanken ‚Ich habe nichts zu erzählen‘ zu ‚Oh, warte. Ich habe 100 Geschichten‘. Und ich bin sicher, dass viele Leute sich auch so sehen.“

Ein Bett im Flugzeug

Portman erinnert sich an eine bestimmte Situation, als sie mit einem Produzenten in ein Flugzeug eingeladen wurde, nur um dann herauszufinden, dass er ein Bett gemacht hatte. „Nichts passierte. Ich wurde nicht vergewaltigt. Ich sagte ‚So fühle ich mich nicht wohl‘ und das wurde respektiert, aber das war natürlich nicht in Ordnung. Das war ziemlich inakzeptabel und manipulativ. Ich war verängstigt.“

Die 36-Jährige versuchte eine Zeitlang, Rollen mit Sexszenen zu vermeiden, da sie den Stempel einer Lolita nicht aufgedrückt bekommen wollte. „Es gab definitiv eine Zeit, in der ich Kussszenen, Sexszenen und so weiter nur sehr widerwillig machen wollte. Der Grund war der, dass bei meinen ersten Rollen die Reaktion der Leute die war, dass sie mich eine Lolita genannt haben und solche Dinge. Das machte mir Angst. Und ich glaube, das ist auch ein Teil unserer Konversation heute: Wenn du dich als Frau verteidigst gegen die Art, mit der du angeschaut wirst und sagst ‚Du willst nicht‘, schotten wir uns dann selber ab oder mindern wir uns herab, nur weil wir uns selber schützen wollen?“ (Bang)