Mittwoch, 22. November 2017, 20:53 Uhr

Filmkritik "Paddington 2": Mit Hugh Grant und neuen Abenteuern

Zu den liebsten Hobbys der Filmbosse gehören Fortsetzungen. Jetzt soll der Bär Paddington mit seinem zweiten großen Kinoauftritt noch einmal für klingelnde Kassen sorgen. Geht das Erfolgskonzept auf?

Filmkritik "Paddington 2": Mit Hugh Grant und neuen Abenteuern
Paddington findet das perfekte Geschenk für Tante Lucy: Ein einzigartiges Pop-up-Bilderbuch über London. Foto: Studiocanal

Roter Hut, blauer Dufflecoat und ein unbändiger Hunger auf Marmeladenbrote. Das ist Paddington, der Bär. Zum zweiten Mal erobert der pelzige Sympathieträger nun die Kinoleinwand. „Paddington 2“ lautet der schlichte Titel der Fortsetzung. Freundschaft ist das große und wunderbar umgesetzte Thema dieses witzigen und warmherzigen Familienfilms. Dabei punktet die neue Paddington-Geschichte mit einem hervorragend animierten Bären-Hauptdarsteller und großartigen Promi-Schauspielern von Hugh Grant über Brendan Gleeson bis Sally Hawkins. Dem Bären leiht Schauspieler Elyas M’Barek wieder seine Stimme.

Ein Geschenk für die Tante in Peru

Paddington, den es aus seiner Heimat Peru nach London verschlagen hat, ist längst ein vollwertiges Mitglied der Familie Brown (Sally Hawkins, Hugh Bonneville, Madeleine Harris, Samuel Joslin) geworden. Weil er seine Herkunft aber nicht vergessen hat, will Paddington seiner Tante Lucy zum 100. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk nach Peru schicken.

Im Antiquitätenladen seines Freundes Mr. Gruber (Jim Broadbent) entdeckt er ein historisches Popup-Buch über London. Damit könnte die Tante wenigstens in ihrer Fantasie einmal durch die britische Hauptstadt spazieren – was Regisseur Paul King in einer liebevoll animierten Szene sogleich beeindruckend vorführt.

Das reale London mit der (fast) durchweg freundlichen Nachbarschaft der Browns inszeniert King in einer Art zurückhaltendem Retro-Look – der ähnlich heimelig und detailversessen ist wie im Paris-Film „Die fabelhafte Welt der Amélie„.

Das von Paddington ausgewählte Buch ist sehr teuer – deshalb beschließt der Bär, sich das Geld dafür zu erarbeiten. „Bist du sicher, dass du für die Arbeitswelt bereit bist, Paddington?“, fragt Mr. Brown etwas skeptisch.

Doch Paddington ist voller Tatendrang. Er versucht sich als Fensterputzer und Friseurgehilfe, was zu turbulenten Zwischenfällen und einer extrem ungewöhnlichen Frisur eines wichtigen Kunden führt.

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Die besten Zeiten hat Schauspieler Phoenix Buchanan (Hugh Grant) hinter sich. Foto: Studiocanal/ Jaap Buitendijk

Hugh Grant in Bestform

Während Paddington noch dabei ist, das Geld für das Buch zusammenzusparen, wird das wertvolle, mit geheimen Hinweisen auf einen Schatz versehene Stück gestohlen. Der Dieb ist der eitle, einst erfolgreiche und heute für Hundefutter werbende Schauspieler Phoenix Buchanan (Hugh Grant in Bestform). Das weiß Paddington allerdings nicht, stattdessen wird der Bär selbst für den Dieb gehalten – und landet im Knast.

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‚Knuckles‘ McGinty (Brendan Gleeson)
Foto: Studiocanal/ Jay Maidment

Während sich die Familie Brown auf die Jagd nach dem wahren Verbrecher geht, macht sich Paddington mit dem Gefängniskoch Knuckles (Brendan Gleeson) einen gefährlichen Feind. Orangenmarmelade und weitere Leckereien sorgen aber dafür, dass sich die Sitten im Knast radikal ändern und dafür, dass Paddington am Ende echte und (beinahe immer) zuverlässige Freunde findet.

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Um den fiesen Phoenix Buchanan (Hugh Grant) aufzuhalten, springt Paddington über seinen Schatten. Foto: Studiocanal

Der Film ist Michael Bond gewidmet, dem im Juni im Alter von 91 Jahren gestorbenen Schöpfer der Kinderbuchfigur Paddington. Empfehlung für alle Filmbesucher: Unbedingt auf den Abspann achten, der unter anderem von Mrs. Browns neuer Leidenschaft erzählt! Drei Jahre nach Paddingtons erstem Kinoabenteuer gibt es auch im zweiten Teil ein knuffiges Happy End – und die Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung. (Elke Vogel, dpa)