Sonntag, 03. Dezember 2017, 16:13 Uhr

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth

Am 5. Dezember geht die VOX-Reality-Doku „6 Mütter“ in eine neue Runde. Entertainerin und Vierfach-Mutter Ute Lemper ließ bereits im vergangenen Jahr die Zuschauer an ihrem ganz privaten Familienalltag teilhaben. Und in diesem Jahr ist sie als Gastgeberin Teil der neuen Folgen.

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth
Shooting mit Sohn Diego. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

So empfängt sie die fünf Promi-Mamas Patricia Kelly, Caroline Beil, Mirja du Mont, Anne-Sophie Briest sowie Verona Pooth die von VOX dabei begleitet werden, wie sie Nachwuchs, Beziehung, Job und ihre eigene Prominenz unter einen Hut bekommen. Ich-Darstellerin und Werbeikone Verona Pooth, die am 30. April 2018 50 Jahre jung wird, sprach mit VOX über die Teilnahme in der Show. Hier ein Auszug (von der Redaktion gekürzt).

Warum machen Sie bei „6 Mütter“ mit?
Wie viele andere habe ich mir die 1. Staffel interessiert angeschaut und war emotional total berührt. Die Mütter waren ehrlich und redeten offen über ihr Leben, ohne dass es peinlich wurde. Es ging um Liebe, um Tod, um Patchwork-Familien, um Trauer, dabei auch immer um Erfolg und Karriere. Am Ende haben wir als Karrieremütter alle doch vieles gemeinsam.

Als VOX mich anfragte, fand ich nichts befremdlich daran. Ich habe natürlich auch mit Franjo darüber gesprochen, ob er sich das vorstellen kann, dass Kameras unseren Alltag in dieser Art und Weise begleiten. Und wir haben zusammen beschlossen, dass es sicher den Zuschauern gefallen könnte – aber noch mehr wollten wir uns mal so sehen.

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth
Franjo und Verona Pooth. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Pooth ist längst erwachsen geworden

War es für Sie eine Überwindung, die Türen zu öffnen und die Kameras reinzulassen?
Eine große, wie Sie sich denken können. Natürlich ist es emotional, wenn du die Kamera in dein privates Leben lässt. Aber ich bin jetzt seit fast 25 Jahren in der Öffentlichkeit zu sehen und habe natürlich auch schon viel von mir preisgegeben. Auch wenn ich die wirklich ganz privaten Dinge hinter verschlossenen Türen gehalten habe. Ich bin selbst in einem Hochhaus groß geworden, meine Eltern haben sich, als ich neun war, getrennt.

Auch wenn ich aus einfachen Verhältnissen komme, haben meine Eltern mir sehr viel Liebe entgegengebracht. Und diese Liebe weitergeben zu können, ist ein großes Privileg. (…) Ich bin stolz darauf, dass ich so viel erreicht habe. In den letzten 25 Jahren habe ich dafür sehr viel gearbeitet, um mir mein jetziges Leben so aufzubauen. Ich habe nichts geerbt, gewonnen oder angeheiratet. Alles, was ich habe und bin, bin ich durch mich.

Wir haben uns ein Haus gekauft und da bin ich sehr stolz drauf. Denn ich weiß, wo ich herkomme. Ich habe die Schule abgebrochen. Da war das nicht selbstverständlich. Trotzdem war ich immer sehr happy, war glaube ich recht beliebt und habe als Model gearbeitet. (…)  Ich habe aber auch einfach sehr viel Glück mit meinen Kindern, mit meinem Mann, den ich seit 17 Jahren bedingungslos liebe. Dafür danke ich dem lieben Gott sehr.

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth
Verona Pooth, Sohn Diego. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Vor 20 Jahren hat man Sie vor allem als Kunstfigur „Verona Feldbusch“ wahrgenommen. Wollen Sie mit „6 Mütter“ auch zeigen, dass Sie noch viel mehr sind?
Die Kunstfigur, die man vor 20 Jahren stark an mir gesehen hat, die wurde nie wirklich kreiert, weder von einem Manager, noch von einem Sender, noch von mir. Sondern ich habe mit einer Eigenschaft, die in mir steckt, viele überrascht – Selbsthumor. Ich bin ein verspielter Typ und hatte schon als kleines Kind immer irgendwelche Blumen im Haar oder habe mir aus Tannenbaumkugeln Ohrringe gebastelt.

Die Verona, die immer das Blitzlicht sucht – dieses Image wurde aus einer Situation heraus geboren. Ich habe mich bei meiner ersten Sendung einfach so gegeben, wie ich damals wirklich war. Und genau das hat die Menschen amüsiert. Ich bin natürlich mit der Zeit erwachsener geworden, habe zwei Kinder bekommen und meine Karriere fortgesetzt.

„Meine kleine Hausschlampe ist wieder da“

Bei „6 Mütter“ kann man sich einfach nicht verstellen – vor allem nicht morgens um sechs Uhr, wenn ich Diego das Frühstück machen muss, da bleiben die Witze nicht aus. Das Witzige und Verspielte ist immer noch geblieben. (…) Das ist doch toll, wenn die Leute denken, du kannst nicht bis drei zählen und wenn du bis vier zählst, geben sie dir Standing Ovations. Ich konnte die Menschen immer begeistern, weil sie erstaunt waren, dass ich gar nicht so blöd bin, wie sie sich einbildeten. Diesen Witz habe ich geliebt. (…)

Natürlich bin ich erwachsener als früher. Heute überlege ich länger, ob ich Jobs annehme, ob es die Zeit noch wert ist. Früher habe ich sechs Jobs an einem Tag angenommen und ich habe das einfach nur geliebt. Aber heute versuche ich, mehr über das Leben und die kostbare Zeit nachzudenken.

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth
Verona mit Rocco. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

So persönlich hat man Sie wahrscheinlich noch nie gesehen…
Früher hat man mich in ein paar Dokumentationen schon privat kennengelernt – aber das ist jetzt schon so lange her, dass es eine andere Verona war als heute. Bei „6 Mütter“ zeige ich ja nicht nur mich, sondern auch meine Familie. Die Reportagen waren früher immer über Verona Feldbusch bzw. Verona Pooth an sich. Aber mit Tränchen im Auge, mit Kindern am Frühstückstisch und auch in kleinen Zankereien und mit Kosenamen, so hat man mich wohl noch nie gesehen.

Franjo sagt immer zu mir: „Ach, meine kleine Hausschlampe ist wieder da.“ Da sind natürlich auch Kamerateams verwirrt, wenn ich darauf reagiere. Ich musste so lachen, weil das Team sich gewundert hat, wie Franjo und ich miteinander reden. Kosenamen wie „Kaffeemädchen“ sind für mich ganz normal, andere denken vielleicht, wir wären verrückt. Mir egal. Wir haben einen schrägen Humor und das ist auch gut so.“

Wo konkret wurden die Hosen runtergelassen?
In jeder Familie ist jemand verstorben, den man sehr geliebt hat. Wir haben zum Beispiel über meine Mutter gesprochen, die nicht mehr lebt. Und wir haben auf einmal ein Gefühl gehabt, dass wir alle da durchgegangen sind. Wir haben uns nicht verstellt. Wir wollten dann auch ehrlich sein, wenn jemand so offen über Themen spricht. Die Geschichten erzählt man nicht jedem. In dem Moment ist man sehr gerührt und es kamen einfach wahnsinnig interessante Gespräche zustande. Somit wurde „6 Mütter“ eine ehrliche und emotionale Sendung. Wir sind alle sehr glücklich, dass wir diese Erfahrung gemacht haben.

Ihre Familie mit den beiden Söhnen San Diego (15, r.) und Rocco Ernesto (6) und ihrem Mann Franjo bedeutet Verona Pooth alles. Foto: MG RTL D / Endemol Shine
Ihre Familie mit den beiden Söhnen San Diego (15, r.) und Rocco Ernesto (6) und ihrem Mann Franjo bedeutet Verona Pooth alles. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Was ist die wichtigste Eigenschaft einer Mama?
Für mich ist die Erziehung sehr wichtig. Vor allem auch, dass man Liebe gibt und nicht nur nimmt. Ich habe mir meine Kinder gewünscht und fühle mich jetzt für sie verantwortlich. Sie wurden ja nicht gefragt, mit mir zu leben. Ich finde es ganz wichtig, dass man nicht nur immer von den Kindern die Liebe nimmt, was viele machen, weil Kinder bedingungslos lieben können. Sondern man genau diese Liebe auch zurückgibt. Aber die reine Erziehung ist für mich in erster Linie die soziale Erziehung und – ich weiß: gerade ICH muss das sagen – die Schulbildung. Gerade weil ich weiß, was mir durchgegangen ist, lege ich auf die Schule viel Wert. Ferner auch darauf, dass meine Kinder nicht denken, dass sie der Mittelpunkt der Welt sind. Sie leben sehr privilegiert und haben ein schönes Leben, aber sie müssen auch verstehen, dass dies nicht normal ist. Meine Kinder brauchen sich nicht dafür bedanken, auch dafür können sie ja nichts, aber etwas aus der Aufgabe machen, setze ich voraus.

Wer die Chance hat, hier eine Schulausbildung und ein Zuhause zu haben, kann sich glücklich schätzen. Da sage ich dann immer zu Diego: „Ich habe dich ja nicht bekommen, damit du mit dem Fahrrad durch die Gegend fährst oder nur YouTube guckst. Ich erwarte von dir, dass du eines Tages etwas Bewegendes für die Menschen machst.“ (…)

Zu Hause bei Supermama Verona Pooth
Verona mit Sohn Rocco. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Stimmt es, dass Sie Ihre Kinder an die Katzenleine gebunden haben?
Ich hatte einfach wahnsinnige Angst, dass mein Kind ertrinken könnte. (…) Diego war acht Jahre ein Einzelkind, bevor ich Rocco bekam. Dem habe ich eine Schwimmweste auf den Malediven umgeschnallt, ein Zahlenschloss gekauft und vorne an die Weste noch Ösen annähen lassen und das Zahlenschloss zugemacht. Und er hatte sie von morgens bis abends an. Er war damals vier oder fünf und er war so stolz auf seine Weste. Acht Jahre später habe ich dann Rocco eine Katzenleine gekauft und sie um sein Fußgelenk geschnallt. Und das Ende von der Leine habe ich um mein Fußgelenk gemacht. Wenn man nachts bei 40 Grad einschläft, todmüde ist, einen Jetlag hat, da kann auch mal eine Mama tief schlafen. Und wenn dann ein kleines Kerlchen nachts auf die Idee kommt, zum Pool zu gehen, dann ist der nächste Tag nie mehr so, wie er war. Viele Mütter, denen ich die Geschichte erzählt habe, haben sich kaputt gelacht und gesagt: „Du hättest dir das patentieren sollen. Das ist doch DIE Idee!“