Dienstag, 05. Dezember 2017, 20:09 Uhr

Elyas M'Barek: Diskriminierung am Disco-Eingang

Elyas M’Barek durfte wegen seines Migrationshintergrunds nicht feiern gehen. Der österreichische Schauspieler zählt längst zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands und kann sich vor Film-Angeboten kaum noch retten. Doch wie er jetzt verrät, bereitete ihm eines früher so manche Probleme: seine tunesischen Wurzeln.

Elyas M'Barek: Diskriminierung am Disco-Eingang
Foto: Becher/WENN.com

So erzählt der Schauspiel-Star dem ‚Emotion‘-Magazin nun: „Für mich öffnen sich heute alle Türen. Aber als Teenager bin ich ins ‚P1‘ früher nicht reingekommen.“ Aber was war der Grund? M’Barek kühl: „Migrationshintergrund.“ Jetzt, zur Zeit seines Erfolgs, könne der 35-Jährige nicht nachvollziehen, dass ihm einige mit Hass entgegentreten: „Ich kenne all die nervigen Motivationssprüche und weiß, die Realität ist oft nicht einfach […] Ich verstehe diesen krassen Hass nicht. Uns geht es hier verhältnismäßig gut. Wir haben Sozialversicherung, Krankenkassen und keinen Krieg. Aber wissen wir wirklich, wie es ist, Ängste und Abstiegssorgen zu haben? Ich hatte vor zehn Jahren auch kaum Geld, trotzdem hätte ich mir keinen Schuldigen gesucht. Nie an jemandem Hass und Wut ausgelassen.“

Man weiß nicht mehr, wen man vor sich hat

Deshalb bedrücke den Münchner auch besonders der politische Wandel in seiner Heimat Deutschland: „Du musst kein Voll-Nazi mehr sein, um dich problemlos rassistisch äußern zu können. Konservative, rechte Wähler halten sich für politisch korrekt und sprechen dennoch von uns ‚Kanaken‘. Das ist jetzt mit einer Partei wie der AfD und Konsorten leider alles wieder möglich. Heute stecken rechtsnationale Typen in der bürgerlichen Mitte. Du weißt nicht mehr, wen du vor dir hast und wie der tickt. Furchtbar.“