Samstag, 09. Dezember 2017, 19:58 Uhr

Verlosung "Das Protokoll": Die 5 spektakulärsten Entführungen

Gerade mit „Das Protokoll – Mord auf höchster Ebene“ ein Thriller mit einer hochbrisanten Thematik: der Entführung des belgischen Premierministers! Aus diesem Anlass haben wir die fünf spektakulärsten Entführungen aller Zeiten“ recherchiert! Die Fotos auf dieser Seite sind aus dem neuen Thriller, den wir weiter unten auch verlosen!

"Verlosung "Das Protokoll": Die 5 spektakulärsten Entführungen
Foto: Universum

Das Lindbergh-Baby

Ein amerikanischer Nationalheld, ein kleines Baby, das entführt und umgebracht wird und ein vorbestrafter Immigrant aus Deutschland – die Story der Entführung des Sohnes des prominenten Flugpioniers Charles Lindbergh im Jahr 1932 klingt fast wie ausgedacht. Damals wie heute sind viele Menschen auch der Meinung, dass sie genau das ist und der verurteilte Täter Bruno Richard Hauptmann nur ein Sündenbock war, den die Polizei der ungeduldigen Öffentlichkeit zum Fraß vorwarf.

Zeitgenössische, neutrale Prozessbeobachter attestierten, dass der Angeklagte keine faire Verhandlung bekommen hatte, die Jury offenbar befangen war und entlastendes Material zurückgehalten wurde. Trotz der Zweifel daran, dass Hauptmann Entführer und Mörder des Lindbergh-Babys Charles III. oder zumindest nicht alleine gehandelt hat, wurde er zum Tode verurteilt und 1936 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Richard Oetker

Am 14. Dezember 1976 wurde Richard Oetker mit 25 Jahren entführt – und noch heute ist er gezeichnet von dem Martyrium, das ihm angetan wurde. Oetker, Sohn des Fabrikanten Rudolf-August Oetker, kann nach wie vor nicht lange stehen oder laufen – Folgen der brutalen Folter, die Entführer Dieter Zlof seinem Opfer angetan hat. Ganze 47 Stunden wurde Oetker in einer viel zu kleinen Holzkiste gefangen gehalten, die ganze Zeit gekrümmt.

Doch damit nicht genug der Pein: Zlof hat den entführten Industriellensohn mit Handschellen gefesselt, die an den Strom angeschlossen sind und Oetker bei zu viel Lautstärke einen Schlag verpassen. Ohne Zutun des Entführungsopfers wird jedoch ein Stromschlag ausgelöst, der so stark ist, dass Oetker schwere Verletzungen erleidet. Nach Zahlung von 21 Millionen DM Lösegeld lässt Zlof sein Opfer frei. Zwei Jahre später wird der Kriminelle gefasst und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

John Paul Getty III

Mit 16 Jahren war John Paul Getty III Mittelpunkt eines spektakulären Kriminalfalles, der international für Aufsehen sorgte. Dass diese Entführung ein solches Echo heraufbeschwor, lag nicht nur daran, dass das Opfer Enkel des berühmten Öl-Tycoon J. Paul Getty war und obendrein von der kalabrischen Mafia entführt wurde, sondern an den – vorsichtig ausgedrückt – kuriosen Begleitumständen der Lösegeldbeschaffung. Der Forderung von 17 Millionen Dollar für die Freilassung konnte der Vater des Opfers, John Paul Getty II, nicht nachkommen, da er nur Angestellter in der Firma seines reichen Vaters war und kein großes Vermögen besaß, und Milliardär J. Paul Getty weigerte sich, das Lösegeld zu bezahlen, da er eine durch den Enkel inszenierte Entführung vermutete.

Nachdem ein abgetrenntes Ohr des 16-Jährigen an eine Zeitung geschickt worden war, stimmte der Tycoon zu, zumindest 3 Millionen zu zahlen. Tatsächlich gab er jedoch nur 2,2 Millionen (die höchste Summe, die er von der Steuer absetzen konnte) und lieh seinem Sohn den Rest zu einem Zinssatz von vier Prozent. Schlussendlich wurde das Opfer freigelassen, litt aber zeitlebens unter der Entführung.

Jan Philipp Reemtsma

Niemand soll sich mit dem Lösegeld einen schönen Lenz machen, das hat Jan Philipp Reemtsma sich fest vorgenommen. Auch Jahrzehnte nach seiner Entführung sind noch erhebliche Teile der gezahlten 15 Millionen DM und 12,5 Millionen Schweizer Franken verschwunden. Es ist zur Lebensaufgabe Reemtsmas geworden, dem Geld und damit Mittätern hinterherzujagen. Zumindest konnte mit Thomas Drach der Haupttäter bereits 1998, knappe zwei Jahre nach dem Verbrechen, in Argentinien verhaftet und wiederum zwei Jahre später verurteilt werden. 14 Jahre und 6 Monate Haft lautete das Urteil für den Initiator der Freiheitsberaubung des durch Erbschaft immens reichen Mäzens Reemtsma, der sich 33 Tage in der Gewalt seiner Entführer befand. Auch drei Komplizen konnten gefasst und schuldig gesprochen werden. Haupttäter Drach ist seit 2013 wieder auf freiem Fuß – an eventuell verstecktem Lösegeld wird er jedoch keine Freude haben, dafür wird sein Opfer Jan Philipp Reemtsma garantiert sorgen.

Patty Hearst

Die Entführung der Enkeltochter des Medienmoguls William Randolph Hearst durch die linksradikale Symbionese Liberation Army (SLA) ist wohl eine der aufsehenerregendste, die die Welt je gesehen hat – was daran liegt, dass sich Opfer Patty Hearst irgendwann ihren Entführern anschloss und selber zur radikalen Kriminellen wurde, die sich an mehreren Überfällen beteiligte. Bis heute ist nicht klar, wie aus der lieben, unauffälligen 19-jährigen jungen Frau innerhalb von zwei Monaten eine SLA-Anhängerin werden konnte.

Sie selber gab an, unter Drogen gesetzt und zu den Überfällen gezwungen worden zu sein. Zudem wurde sie eigenen Angaben zufolge sexuell missbraucht. Das Gericht schenkte ihr jedoch keinen Glauben und verurteilte sie zu 35 Jahren Haft, die jedoch im Berufungsprozess auf sieben Jahre herabgesetzt wurden. Nach 22 Monaten begnadigte Präsident Jimmy Carter Patty Hearst, am 20. Januar 2001 bekam sie durch Bill Clinton eine vollständige Begnadigung. Ob die absolute Wahrheit jemals ans Licht kommen wird?

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