Dienstag, 12. Dezember 2017, 20:18 Uhr

Filmkritik "Star Wars - Die letzten Jedi"

Die Star-Wars-Festspiele 2017/2018 sind eröffnet! Am 14. Dezember startet das neuste Abenteuer. Wir haben „Star Wars: Die letzten Jedi“ schon gesehen und hier ist unser Überblick!

Filmkritik "Star Wars - Die letzten Jedi"
Rey (Daisy Ridley). Foto: Industrial Light & Magic/Lucasfilm

Was ist nur aus Luke Skywalker (Mark Hamill) geworden? Im achten Film der Science-Fiction-Saga zieht er ein (bärtiges) Gesicht zwischen depressiv und verbittert. Den einstigen Jedi-Ritter kann auch nicht aufheitern, dass die junge Hoffnung des Widerstands Rey (zum Niederknien: Daisy Ridley) ihn auf dem hügeligen Planeten Ahch-To heimsucht, um ihn um Hilfe im Kampf gegen die Erste Ordnung zu bitten. Mürrisch unterweist er sie in den Jedi-Lehren, und Reys Macht wächst.

Doch was hat Skywalker mit Kylo Rens (Adam Driver) frühem Wechsel auf die dunkle Seite der Macht zu tun? Ist er am Ende daran schuld? Mit der Kraft der Gedanken werden in „Star Wars: Die letzten Jedi“ Raum und Zeit überwunden. Rey und Kylo befinden sich so im regen Austausch – nicht ohne überraschende Wendungen.

Indes begeben sich Widerstandskämpfer Finn (John Boyega) und der neue Charakter Rose (toll: Kelly Marie Tran) in die Casino-Stadt Canto Bight, wo das Szenario wohl nicht zufällig an die reale Welt erinnert: Die Menschen dort sind durch Waffengeschäfte reich geworden!

Der neue Charakter DJ (ziemlich Rock’n’Roll: Benicio del Toro), ein zwielichtiger Hacker, soll den Beiden beim Schutz des Widerstands helfen. Es kommt zu einer rasant-witzigen Verfolgungsjagd auf felligen Fortbewegungsmitteln – ein echtes Highlight!

Filmkritik "Star Wars - Die letzten Jedi"
Benicio del Toro als DJ. Foto: Industrial Light & Magic/Lucasfilm

Bildgewaltige Szenen und epische Lichtschwertkämpfe

Sowieso besticht der unter der Regie von Rian Johnson (u.a. „Breaking Bad“) entstandene Film mit den bildgewaltigsten Szenen und beeindruckendsten Lichtschwertkämpfen überhaupt: Wenn Rey auf den bösen Snoke (Andy Serkis) inmitten seiner in Rot ausgerüsteten Leibgarde trifft und dieser aussieht wie ein langgewachsener Hundertjähriger im goldenen Sakko, ist das optisch kaum zu toppen. Ein dramatisches Schauspiel wird geboten, als Skywalker dann doch noch mal zum leuchtenden Säbel greift und dabei den roten Sand des Planeten Crait aufwirbelt.

Filmkritik "Star Wars - Die letzten Jedi"
Luke Skywalker (Mark Hamill). Foto: Industrial Light & Magic/Lucasfilm

Süß sind indes die Tiere, die „Disney“ uns in den Warenkorb legt – allen voran die Porgs, die optisch an Papageientaucher angelehnt sind. Aber auch die kristallisierten Füchse, im Star-Wars-Sprech Vultpex genannt, sind eine Augenweide.

Emotionaler Abschied von Leia

Und apropos Augenweide: Ladies dürfte das Wiedersehen mit dem attraktiven Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) erfreuen! Im Vergleich zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (2015) hat sein Nachfolger allerdings auch kleine Längen und ist weniger pfiffig. Letzteres dürfte auch an der Abwesenheit des am Ende des siebten Teils ermordeten Han Solo (Harrison Ford) und seinem haarigen Wookie-Sidekick Chewbacca liegen, der nur noch kurz im Film vorkommt. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Filmkritik "Star Wars - Die letzten Jedi"
Kelly Marie Tran ist Rose und John Boyega ist Finn. Foto: Industrial Light & Magic/Lucasfilm

Denn auch an Emotionalität ist „Star Wars VIII“ kaum zu überbieten. Und das liegt in erster Linie an dem letzten, nicht zu knappen Auftritt der 2016 verstorbenen Carrie Fisher als General Leia Organa, was zudem den endgültigen Abschied der alten „Star Wars“-Generation markiert.

Rührend: Nach einem Angriff der Ersten Ordnung schwebt die schwerverletzte Leia wie Mary Poppins durch die Galaxis. „Niemals geht man so ganz“, stellt Luke Skywalker später bei der letzten Begegnung mit seiner Schwester fest. Da bleibt garantiert kein Auge trocken.

Unser Fazit: Emotional, bildgewaltig und überraschend! (Katja Schwemmers)

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Caretakers. Foto: Industrial Light & Magic/Lucasfilm