Freitag, 15. Dezember 2017, 12:39 Uhr

Sophia Thomalla: "Diese ganze Kampagne ist eine Beleidigung"

Sophia Thomallas neue Werbekampagne kommt nicht gut an. Die 28-Jährige schockierte Social-Media-User und den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gleichermaßen: Für ein Werbefoto der Firma ‚Lottohelden‘ („Wir sind der Robin Hood des Lottos“) mit Sitz in Gibraltar ließ sie sich als halbnackter Jesus ans Kreuz nageln.

Sophia Thomalla rechtfertigt sich
Sophia Thomalla genießt di Aufmerksamkeit. Foto: WDR/Max Kohr,

In der ARD-Sendung ‚Maischberger‘ (in der u.a. auch Drag Olivia Jones zu Gast war) versuchte Sophia, ihren Auftritt zu relativieren. Sie sagte: „Es ist Werbung, die hervorragend funktioniert. Ich persönlich möchte niemanden damit angreifen.“
Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, fand jedoch, dass die Kampagne „nicht einmal Kunst“, sondern einfach nur „geschmacklos und dumm“ sei, wie er gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung sagte.

Die Zeitschrift ‚Bunte‘ sprach beim ‚Audi Generation Award‘ mit Kollegen und Kolleginnen des Models. „Das muss nicht sein“, resümiert Filmproduzent Martin Krug, „egal welche Glaubensrichtung oder welche Werbung – ist nicht mein Ding.“

Auch Moderatorin Viviane Geppert ist skeptisch: „Ich selber habe da vielleicht nicht so einen Bezug zu, in dem Fall, deswegen schockt mich vielleicht sowas jetzt nicht so extrem, aber ich finde, wenn jemand religiöser ist oder da eine andere Ansicht hat, dann ist das auf jeden Fall ein Schocker-Bild.“

Sophia Thomalla rechtfertigt sich
Thomalla mit Frauspielerin Olivia Jones bei Maischberger. Foto: WDR/Max Kohr“

#MeeToo-Kampagne ist eine Beleidigung

Lottohelden und Thomalla werden übrigens von Alain Midzic und seiner Agentur vertreten. Der Manager, der auch Verona Pooth, Philipp Plein und Franziska Knuppe betreut, erklärte gegenüber der Branchenzeitschrift „WUV“: In der Kampagne gehe es vor allen Dingen darum, dass „zum 1. Mal die größte Lotterie der Welt auch in Deutschland stattfindet: El Gordo!“.

In der Maischberger Talkshow fand das Model aber auch sehr deutliche – und wie wir finden überdenkenswerte – Worte zur derzeitigen #MeToo-Kampagne: „Diese ganze Kampagne ist eine Beleidigung für die wahren Vergewaltigungsopfer! (…) Es ist traurig, dass wir Frauen unseren Schmerz zur Schau stellen müssen, damit uns überhaupt jemand zuhört! Wenn ich mich über einen Vergewaltigungswitz aufrege, bin ich eine Femi-Nazi. Wenn ich mich öffentlich dazu bekenne, dass ich vergewaltigt wurde, dann bin ich auf einmal die gebrochene Blume, die Schutz braucht!“ Wahre Worte.