Dienstag, 19. Dezember 2017, 17:30 Uhr

Anne-Sophie Briest über den Alltag mit Tochter Faye Montana

Patricia Kelly, Verona Pooth, Caroline Beil, Mirja du Mont und Anne-Sophie Briest sind die Stars der VOX-Doku, zu der Ute Lemper eingeladen hat. Während sich die sechs Promi-Damen Ausschnitte aus ihrem Leben ansehen, talken die „6 Mütter“ in  kontrovers, sprechen über ihren Alltag mit Kindern und Partnern und tauschen sich über ihre Glücksmomente und Sorgen aus.

Anne-Sophie Briest über den Alltag mit Tochter Faye Montana
Mirja du Mont. Anne-Sophie Briest
Foto: MG RTL D / Endemol Shine

In der heutigen Folge ab 20.15 Uhr geht es um Mirja DuMont und Anne-Sophie-Briest. Nach der Scheidung von ihrem Mann Sky Du Mont steht Mirja du Mont vor einem neuen Lebensabschnitt. Die zweifache Mutter möchte ab sofort auf eigenen Beinen stehen und auch für ihre Tochter Tara (15) und ihren Sohn Fayn (11) sorgen. Die Kinder leben sowohl bei ihr als auch bei ihrem Exmann Sky. Mirja wünscht sich ebenfalls eine räumliche Veränderung – nach 17 Jahren möchte sie wieder selber entscheiden, wie und wo sie leben möchte. Der Umzug in eine neue Wohnung steht bevor.

Anne-Sophie Briest: „Wir haben alle die gleichen Probleme“

Anne-Sophie Briest ist Schauspielerin, Unternehmerin und Mutter von Sohn Yamal, 19, und Tochter Faye, 14. Anne-Sophie managt neben ihrer eigenen Karriere den turbulenten Alltag von Faye. Faye steht wie ihre Mutter schon im Rampenlicht, als YouTube-Star Faye Montana mit eigenem Channel und als Schauspielerin. Wie blickt Anne-Sophie, die 1994 mit dem Fernsehfilm „Natalie – Endstation Babystrich“ ihren Durchbruch als Schauspielerin hatte, auf die Erfolge ihrer Tochter, wie unterstützt sie sie?

Anne-Sophie Briest über den Alltag mit Tochter Faye Montana
Anne-Sophie Briest. Anne-Sophie Briest
Foto: MG RTL D / Endemol Shine

In ihrer Freizeit tanzt Faye bei den ALBA Junior Dancers. Dazu gehört viel Disziplin, aber für die alleinerziehende Anne-Sophie ist Spaß das Allerwichtigste. Wie sieht ihr Erziehungsstil aus? Wie sieht die 43-Jährige sich selbst als Mutter?

Mit VOX sprach Briest über die Show. Hier ein Auszug.

Haben Sie die erste Staffel „6 Mütter“ verfolgt?
Ich habe die erste Staffel gesehen und habe für mich mitgenommen, dass die Sendung keine Overvoice-Böswilligkeit hat, sondern immer eine sehr wohlwollende, dokumentarische Art. Es hat mich gereizt, dass „6 Mütter“ einfach sehr hochwertig, sehr angenehm und nicht vorführend produziert ist.

Ist das auch tatsächlich das Besondere, dass diese Intimität stattfinden kann?
Das Besondere ist tatsächlich, dass es näher dran, ehrlicher, dokumentarischer ist und dadurch auch so viel Wärme hat. Das haben wir vor allem in den Aufzeichnungen der Diskussionsrunden gemerkt. Da hätte man ganze Talkshows draus schneiden können, weil wir einfach viele Themen diskutiert haben. Wir waren uns so nah und man hat einen guten Einblick in die Welt der Mütter bekommen. Uns verbindet einfach mehr als uns trennt. Und so ist das weltweit.

Eine Mutter in Miami liebt ihr Kind genauso im Bikini wie eine Mutter im Bahrain ihr Kind mit einer Burka. Das ist einfach ein Fakt. Ob du jetzt Promi-Mutter bist oder nicht, wir haben alle dieselben Probleme, dieselben Mathe-Hausaufgaben zu Hause. Wir müssen alle den Geschirrspüler ausräumen und unsere Leistung bringen, haben Zukunftsängste für uns und unsere Kinder. Wir lieben unsere Kinder, sind genervt von ihnen und wir könnten ihnen manchmal an den Löffeln ziehen.

Anne-Sophie Briest über den Alltag mit Tochter Faye Montana
Anne-Sophie Briest und Faye (r.).  Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Welchen Erziehungsstil haben Sie?
Mein Erziehungsstil ist konsequent, einfordernd und dabei sehr liebevoll. Ich bin jemand, der sehr gerne lobt. Das ist ganz wichtig. Ich führe ein Unternehmen mit einer Geschäftspartnerin mit 60 Mitarbeitern. Da muss ich genauso Führungsperson sein wie als Mutter. Man ist da vorne dieses Entenweibchen, dem die Küken hinterherrennen. Als diese Person muss man loben können, das Beste aus dem Menschen rausholen und sie nicht niedermachen. Man sollte konsequent kommunizieren, was man erwartet. Wenn man seine Erwartungshaltung nicht kommuniziert – das ist wie in einer Partnerschaft.

Wenn ich von meinem Mann erwarten würde, dass er den Müll runterbringt, aber es ihm nie sage, mich dann scheiden lasse und der Grund ist, weil er nie den Müll runtergebracht hat, dann sagt er: „Warum hat sie denn nie was gesagt? Das hätte ich doch gemacht. Aber jetzt ist die Ehe leider vorbei.“ Und so ist das auch mit deinen Kindern. Du hast Verantwortung, bist Führungsperson und Führung heißt tatsächlich, das Beste aus dem Menschen rausholen.

Was ist die Haupteigenschaft einer Mutter?
Die Haupteigenschaft ist Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Es ist nicht so, dass wenn das Kind sein Zimmer aufräumt, man es lieb hat und sonst nicht. Die Tendenz haben Väter manchmal. Die Aufgabe der Mutter ist es, mit dieser Liebe das Kind klar und konsequent auf den richtigen Weg zu bringen.

"6 Mütter": Anne-Sophie Briest über den Alltag mit ihrer Tochter
Anne-Sophie Briest (r.) managt neben ihrer eigenen Karriere den turbulenten Alltag von Faye. Foto: MG RTL D / Endemol Shine

Wie sind Sie selbst aufgewachsen?
Ich bin sehr frei groß geworden, weil der Fokus eher auf meiner jüngeren Schwester lag. Sie hat es geschafft, tausende Eintragungen aus der Schule mitzubringen. Irgendwas war immer und ich war immer diejenige, die sehr gut funktioniert hat. Und diese Eigenschaft habe ich immer noch. Ich stehe nachts in der Küche, um Cupcakes zu backen. Wenn die Kinder von mir erwarten, dass ich zum Cheerleading Cupcakes mitbringe, fällt es mir schwer, die nicht mitzuhaben. Das ist bescheuert, weil wahrscheinlich auch Brownies reichen, aber so bin ich einfach nicht. Wenn ich mir vorgenommen habe, Glitzer-Cupcakes zu machen, dann müssen die es auch werden.

War die Intimität, die ihr ja Preis gebt, ein Problem für euch?
Die Intimität haben wir ja nicht mehr preisgegeben, weil meine Tochter auf alles die Kamera hält. Wenn Faye auf YouTube live geht, gucken ja schon manchmal zwei Millionen Leute zu. Die Einschaltquoten, die eine Liveshow hat, sind überragend. Deswegen war es für mich auch keine Frage. Ich habe keine kleinen Kinder, über deren Kopf ich hinwegentscheide. Unser Wohnzimmer haben bestimmt schon 28 Millionen Menschen auf Fayes Kanal gesehen. Was soll ich da jetzt noch verstecken? Da können die Zuschauer bei VOX auch nichts mehr machen.

Anne-Sophie Briest über den Alltag mit Tochter Faye Montana
Anne-Sophie Briest und Faye Montana in Berlin. Foto: AEDT/WENN.com

Was macht Sie glücklich? Was lässt Sie verzweifeln?
Mich macht es glücklich, in einer Turnhalle zu sitzen, die Sneaker quietschen über den Boden und Faye tanzt mit ihrem Team. Ich liebe Gyms, ich könnte den ganzen Tag beim Sport zugucken. Sport machen macht mich auch glücklich, aber nicht so glücklich wie zugucken. Was lässt mich verzweifeln? Das ist eine gute Frage. Ich glaube, verzweifeln ist etwas für Aufgeber. Ich bin halt so gar nicht Aufgeber, ich bin eher Aufsteher. Ich habe keine Zeit zum Verzweifeln und ich möchte das auch gar nicht. Ich möchte nicht wütend sein auf jemanden. Ich möchte diese negativen Gefühle nicht haben, ich versuche es mir einfach schön zu machen.

Ihre Tochter ist 14. Wenn Sie zurückblicken – welche waren die spannendsten Jahre in der Erziehung?
Die spannendsten Jahre bei Faye waren sicherlich die Anfänge, als sie gelernt hat zu sprechen. Die Kommunikation, die kleinen Kinder-Weisheiten, die so pur sind. Und diese Liebe, die sie zu Sachen hat, das Leuchten in ihren Augen – das liebe ich an Faye, das hat sie heute noch. Ich liebe es, ihr zuzugucken, glücklich zu sein. Wenn man das als Mensch hat, immer aus allem etwas Tolles mitzunehmen und sich selten zu beschweren. Das kann Faye auch, aber dann nimmt sie sich zurück und sagt „Was rede ich hier eigentlich? Es gibt Kinder in Syrien, die gerade ein ganz normales Leben hatten und jetzt hier in Deutschland sitzen und ihr Zuhause verloren haben“. Dann freue ich mich einfach für Faye. Und ich glaube, so eine Grundeinstellung, eine Neugierde, eine Eigendisziplin und Eigenmotivation ist gottgegeben.