Dienstag, 19. Dezember 2017, 19:52 Uhr

TV-Tipp: "Franz Beckenbauer - Der Fall des Kaisers"

Franz Beckenbauer war „der Kaiser“ von Deutschland. Kaum jemand hatte so hohe Sympathiewerte wie der Mann, der Deutschland als Spieler und Trainer zum Fußballweltmeister machte. Bis im Jahr 2015 sein Ruf extrem beschädigt wurde.

TV-Tipp: "Franz Beckenbauer - Der Fall des Kaisers"
Herr Beckenbauer und Herr Matthäus im Mai 2017. Foto: AEDT/WENN.com

Im Zuge der Enthüllungen um die Vergabe für die WM 2006 steht Beckenbauer unter Verdacht, das Turnier mit unlauteren Mitteln nach Deutschland geholt zu haben. Mehrere Versuche, die Vorwürfe juristisch und moralisch zu entkräften, schlugen fehl. Zudem erlitt Beckenbauer persönliche Schicksalsschläge: Sein Sohn Stephan starb 2015 an einem Hirntumor und Beckenbauer selbst musste sich 2016 einer schweren Herz-Operation unterziehen.

Heute Abend läuft um 23.30 Uhr in der ARD die Dokumentation „Franz Beckenbauer – Der Fall des Kaisers“. Der Film ist eine Spurensuche und zugleich ein Versuch, sich dem Phänomen der Hybris von Franz Beckenbauer zu nähern. Ebenso geht der Film der Frage nach, wann sich die Öffentlichkeit von einem Helden abwendet, oder ob Beckenbauer trotz aller Vorwürfe immer noch ein Mann mit großen Verdiensten für Deutschland, eben „der deutsche Kaiser“ sein kann.

„Er sieht nicht mehr so frisch aus“

Die Autoren Sven Kaulbars und Ole Zeisler haben mit Paul Breitner, Lothar Matthäus, Edmund Stoiber, Journalisten vom „Spiegel“, Marcel Reif und vielen weiteren Personen gesprochen. Die ‚Bild’_Zeitung zitiert Marcel Reif aus der Dokumentation mit den Worten: „Ich mache mir große Sorgen, denn nach allem, was ich höre, ist ein Mensch, der so in der Öffentlichkeit war, wie Franz Beckenbauer das war, jetzt – auf eigene Veranlassung – völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden.“

Und auch Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (56) ist in Sorge, sagt: „Er sieht nicht mehr so frisch aus wie vorher. Der ganze Stress, die ganzen Geschichten, sowohl im Privaten als auch mit der WM-Vergabe 2006, haben ihn natürlich mitgenommen.“