Mittwoch, 20. Dezember 2017, 22:29 Uhr

Filmkritik "Pitch Perfect 3": Großzügig zusammengerührter Quatsch

Musik nur mit Gesang, ohne Instrumente: Vor fünf Jahren war das eine frische Idee für eine starke Frauen-Musikkomödie. Inzwischen folgt „Pitch Perfect 3“ zwar einem bewährten Groove, doch der Abschluss der Trilogie dürfte für Fans trotzdem ein Hit sein.

Filmkritik "Pitch Perfect 3": Großzügig zusammengerührter Quatsch
Foto: Universal Pictures

Obwohl sie bestes Popcorn-Kino bieten, sind die beiden bisherigen „Pitch Perfect“-Filme doch so etwas wie Geheimtipps geblieben – kleine Popkultur-Phänomene, die es abseits von Kritikerliebe und großer gesellschaftlicher Diskussion trotzdem schafften, in Deutschland rund 1,2 Millionen Menschen für den Erstling und sogar 1,4 Millionen Zuschauer für Teil zwei an die Kinokassen zu locken.

Jetzt kommen die Barden Bellas ein wohl letztes Mal zurück, und um es kurz zu machen: Sie bieten auch dieses Mal gut geschmierte Musikkomödien-Unterhaltung rund um eine starke Frauenclique.

Die Story ist gewohnt übersichtlich: Nachdem die A-Cappella-Sängerinnen am Ende des zweiten Teils als Siegerinnen eines Gesangswettbewerbs in Europa von der Bühne gegangen sind, müssen sie sich zurück in den USA ihrem Alltag stellen. Schnell stellen sie fest, dass A-Cappella-Erfolge nicht gerade weit oben auf der Wunschliste der meisten Personaler stehen. Bei einem Wiedersehenstreffen gestehen sich die Mittzwanzigerinnen rund um Becca (Anna Kendrick) und Emily (Hailee Steinfeld) ein, dass sie alle ein wenig feststecken, doch schließlich hat die frühere Bandleaderin Aubrey (Anna Camp) die rettende Idee.

Filmkritik "Pitch Perfect 3": Großzügig zusammengerührter Quatsch
Foto: Universal Pictures

Überflüssiger Action-Subplot

Eine Europa-Tour zur Unterstützung der US-Truppen soll neuen Schwung ins Leben bringen, verbunden mit einem Wettbewerb gegen drei andere Bands darum, im Vorprogramm von Shootingstar DJ Khaled zu spielen. In Spanien angekommen, taucht plötzlich der lange verschollene Vater (John Lithgow) von Fat Amy (Rebel Wilson) auf, der seinen Anteil am bisher geheimen Vermögen seiner Tochter haben möchte.

Filmkritik "Pitch Perfect 3": Großzügig zusammengerührter Quatsch
Foto: Universal Pictures

Natürlich ist das alles ein großzügig zusammengerührter Quatsch, aber genau den hat – abgesehen vom unnötigen Action-Subplot rund um Lithgow – die Serie schon immer auf hohem Unterhaltungsniveau geliefert.

Und natürlich sind da die exzellenten Songs: Während zur Premiere des ersten Teils im Jahr 2012 die Idee eines Films über eine A-Cappella-Collegegruppe noch extrem überraschend rüberkam, so sind die Gesangseinlagen und Pop-Cover inzwischen gut eingespielt.

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Foto: Universal Pictures

„Glee“ war ganz sicher Vorreiter

Shows wie „Glee“ und der Erfolg von Bands wie Pentatonix haben Teenage- und A-Cappella-Pop zudem zusätzlich im Mainstream verankert. Auch „Pitch Perfect 3“ bietet immer wieder die gewohnten kleineren Harmonien, größeren Riff-Offs mit konkurrierenden Bands und mit „Freedom 90“ erneut eine starke Finalnummer der Barden Bellas.

Filmkritik "Pitch Perfect 3": Großzügig zusammengerührter Quatsch
Foto: Universal Pictures

So findet das dritte und laut aktuellen Ankündigungen letzte Abenteuer für die Barden Bellas eine würdige Schlussnote: Sie alle wissen ihre gemeinsamen Erlebnisse zu schätzen, sind aber bereit, sich einzeln neuen Aufgaben in der Zukunft zu stellen. Genau das wünscht man sich als Zuschauer von der gut aufgelegten und dieser Art Film ein wenig entwachsenen Schauspielerriege um Kendrick, Wilson und Steinfeld. (Christian Fahrenbach, dpa)