Samstag, 06. Januar 2018, 12:41 Uhr

Noah Becker: "Wenn die Person vor mir steht, trifft mich das härter"

Noah Becker (24), Sohn von Tennislegende Boris Becker, äußerte sich nun zu den Beschimpfungen des AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier. Der hatte ihn auf seinem Twitter-Account als „Halbneger“ beschimpft.

Noah Becker: "Wenn die Person vor mir steht, trifft mich das härter"
Foto: AEDT/WENN.com

Der Becker-Spross, der als Musiker mit seiner Band Baker und auch Maler Karriere macht und in Berlin-Schöneberg ein kleines Atelier hat, will juristisch dagegen vorgehen. Maier erklärte unterdessen, dass einer seiner Mitarbeiter und nicht er selbst den Tweet verfasst habe. Soweit so schlecht.

Becker verriet nun im Interview mit dem Vice-Magazin, dass er diese Art von Beschimpfungen kenne und ihn dies nun „nicht wirklich verletzt“ habe. „Sowas passiert schon öfter – im Club oder auf der Straße. Wenn die Person vor mir steht, dann trifft mich das härter. Trotzdem ist es frustrierend zu sehen, dass Menschen in Machtpositionen heute immer noch andere so beleidigen können. Andere machen es ihnen dann nach und das ist beängstigend.“

„Ich habe mich in Berlin verliebt“

Für solch ein Verhalten habe er absolut kein Verständnis, erklärte Noah Becker weiter. „Die sind eben in gewisser Weise ignorant. Wenn man aufwächst, wo nur Weiße sind, wenn man nur eine bestimmte Hautfarbe sieht, dann kennt man nichts anderes. Und hat Angst vor Fremden. Diese Leute muss man mehr lieben.“

Der Becker-Sohn sprach in dem interessanten Interview auch über seine neue Heimat Berlin. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wieder in Deutschland leben würde. Aber ich habe mich in Berlin verliebt. Verglichen mit anderen Städten kann man hier noch so frei sein und die Menschen akzeptieren mich, so wie ich bin – abgesehen eben von den rassistischen Vorfällen.“