Mittwoch, 10. Januar 2018, 13:04 Uhr

Catherine Deneuve wettert gegen #MeToo: Endlich sagt's mal eine!

Catherine Deneuve outet sich als Gegnerin der #MeToo-Kampagne. Die 74-Jährige ist eine von über 100 französischen Frauen aus der Entertainment-Branche, die einen offenen Brief unterschrieben haben, der in der Zeitung ‚Le Monde‘ veröffentlicht wurde.

Catherine Deneuve wettert gegen #MeToo: Endlich sagt's mal eine!
Foto: Patricia Schlein/WENN.com

Darin heißt es: „Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber beharrliches oder ungeschicktes Flirten ist kein Verbrechen, noch ist Ritterlichkeit eine chauvinistische Aggression. Als Resultat der Weinstein-Affäre gibt es nun ein allgemeines Bewusstsein über die sexuelle Gewalt, die Frauen vor allem am Arbeitsplatz erleben müssen, wo einige Männer ihre Macht missbrauchen. Es war nötig. Aber diese Redefreiheit ist nun nach hinten losgegangen.“

Die Frauen behaupten, dass die #MeToo-Bewegung eine Reihe von ungerechtfertigten öffentlichen Anschuldigungen gegen Männer aufgeworfen hatte, die sich nicht einmal gegen die Vorwürfe verteidigen konnten und in eine Reihe mit schlimmen Sexualstraftätern gesetzt worden seien. Dabei sei die „einzige Sache, die sie falsch gemacht“ hätten, gewesen, „ein Knie zu berühren, zu versuchen, einen Kuss zu stehlen oder über ‚intime‘ Dinge während des Arbeits-Dinners zu reden oder Nachrichten mit sexueller Botschaft an eine Frau zu senden, die diese Gefühle nicht teilt“.

Augenblicklicher Shitstorm

Deneuve und die anderen Frauen gehen sogar so weit, zu sagen, dass die #MeToo-Bewegung die sexuelle Freiheit unterdrücke. So sei es wichtig, die „Freiheit zu belästigen zu verteidigen“.

Eine Frau könne es nämlich mittlerweile genießen, „das Sexualobjekt eines Mannes“ zu sein, ohne als „promiskuitiv“ zu gelten. Sonst laufe man Gefahr, „religiösen Extremisten“ in die Hände zu spielen, die die sexuelle Freiheit beschneiden wollen.

Auf Social Media gab es augenblicklich eine besonders heftige Reaktion auf diesen Brief. Die italienische Schauspielerin Asia Argento (Foto oben), die Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt, twitterte erwartungsgemäß empört: „Catherine Deneuve und andere französische Frauen erzählen der Welt, wie ihre verinnerlichte Frauenfeindlichkeit sie psychisch an einen Punkt gebracht hat, an dem es kein Zurück mehr gibt.“

Argento hat selbst eingestanden, dass sie niemals an die Öffentlichkeit gegangen wäre, wenn ihre Kollegin Rose MCGowan nicht en Anfang gemacht hätte. Sie twitterte: „Niemand sollte vergessen, dass du diejenige warst, die das Schweigen gebrochen hat! Jeder, der versucht, deine Arbeit zu schmälern, ist ein Troll und ein Gegner der Bewegung. Du hast mir die Kraft gegeben, zu sprechen. Ich bin auf deiner Seite, bis zum Tod!“