Montag, 15. Januar 2018, 9:27 Uhr

Therapiestunde bei DSDS: Dicke Fragezeichen hinter diesem Auftritt

Am Samstagabend verwirrte ein „Diego“ nicht nur die Jury von DSDS, sondern auch reihenweise Zuschauer. Der mental deutlich instabile junge Mann behauptete unter anderem er sei eine der Söhne des 1996 erschossenen US-Rappers Tupac Shakur.

Therapiestunde bei DSDS: Dicke Fragezeichen hinter diesem Auftritt
„Diego“ aus Düsseldorf versucht die Jury von sich zu überzeugen. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

So erzählte der 20-Jährige u.a. der Jury um Dieter Bohlen, Mousse T., Carolin Niemczyk und Ella Endlich: „über seinen reichlich wirren Auftritt, bei dem er auch unvermittelt einfach auf’s Jurypult sprang: „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich gekidnappt wurde. Von der Mafia … in Amerika … in Brasilien. Die haben mich nach Deutschland gebracht. Aber ich muss weg von hier …“ Ferner erklärte er im Zwiegespräch mit Bohlen weiter: „Ich muss nach Amerika. Ganz Amerika kennt mich.“

Flugs enterte die TV-Performance die Youtube-Trendliste, landete dort am Montagmorgen auf Platz 3.

Im Wohnheim für psychisch Erkrankte

Nun offenbarte Diego aus Düsseldorf gegenüber der Bild‘-Zeitung: „Ich lebe in einem Wohnheim für psychisch Erkrankte. Ich bin seit vier Jahren dort.“ Dem Blatt zufolge ist er dort allerdings seit zwei Jahren in Behandlung. Diegos Auftritt sei mit seinen Betreuern „eng abgestimmt“ worden, heißt es. Ein Sprecher der „Einrichtung für Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf“ erklärte: „Sein größter Wunsch ist es, als Musiker und Model erfolgreich zu sein und bei DSDS teilzunehmen. Wir nehmen dieses Anliegen sehr ernst und begleiten ihn nach sorgfältiger Klärung aller damit verbundenen Fragen bei der Teilnahme.“

Diegos Kommentar: „Meine Betreuer haben mich rausgelassen, weil sie sehen, dass ich etwas kann.“

Therapiestunde bei DSDS: Dicke Fragezeichen hinter diesem Auftritt
Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Auch RTL hat dazu eine Meinung. Eine Sprecherin sagte der ‚Bild‘-Zeitung u.a.: „Bei DSDS kann jeder mitmachen, egal wie er aussieht, ungeachtet des sozialen Hintergrunds, der kulturellen oder religiösen Wurzeln und unabhängig von körperlichen oder sonstigen Einschränkungen.“

Der Kölner Sender führt Diego als Einzigen aller Kandidaten ohne Nachnamen (der Name soll von RTL laut ‚Bild‘ auch geändert worden sein) in der Pressemitteilung der Show unter „Beruf“ als „Musiker und Model“. Weiter heißt es wörtlich: „Diego aus Düsseldorf tanzt, rappt und singt. Der 20-Jährige ernährt sich vegetarisch und achtet sehr auf sein Äußeres. Das kommt bei der Jury an: „Coolen Style hast du!”, lautet das erste Urteil von Jurorin Carolin Niemczyk. Mit der Nummer „Rake It Up” von Yo Gotti feat. Nicky Minaj will er sich in den Recall rappen und tanzen. Wird ihm das gelingen?“

Diego, der an einer durch Drogen ausgelösten Psychose leidet, kommt in die nächste TV-Therapiestufe – den DSDS- Recall. Bohlen stimmte auch für Ja…

Therapiestunde bei DSDS: Dicke Fragezeichen hinter diesem Auftritt
Diego ist aus nicht nachvollziehbaren Gründen im Recall. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius