Donnerstag, 01. Februar 2018, 22:50 Uhr

Lars Eidinger, Mackie Messer und ein fulminanter "Dreigroschenfilm"

„Die Dreigroschenoper“ kommt am 13. September ins Kino. Allerdings so, wie man sie noch nie gesehen hat: anspielungsreich, überbordend musikalisch und frech! Joachim A. Lang („George“, „Brecht – Die Kunst zu leben“) interpretiert in seinem Kinofilmdebüt den Welterfolg von Brecht und Weill völlig neu.

Lars Eidinger, Mackie Messer und ein fulminanter "Dreigroschenfilm"
Bertolt Brecht (Lars Eidinger) ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Foto:SWR/Zeitsprung Pictures/Wild Bunch

In einem fulminanten und fiebrigen filmischen Kraftakt lässt Lang Realität und Fiktion verschmelzen, wechselt fließend zwischen Brechts Kampf gegen die Filmindustrie und seiner Verfilmung der „Dreigroschenoper“, wie es sie niemals gab und sie hier vor den Augen des Publikums dennoch entsteht. Die Dreigroschenhandlung bringt den Stoff in die Gegenwart, die Gangster werden am Ende Bankiers, moderne Beherrscher des Geldmarkts.

Hochkarätig besetzt u.a.  mit Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Claudia Michelsen, Robert Stadlober, Peri Baumeister, Christian Redl und sogar Max Raabe, bietet „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenoper“ Filmunterhaltung auf höchstem Niveau – ein Stoff und eine Form, deren Radikalität und Aktualität ihresgleichen suchen.

Bertolt Brecht (Lars Eidinger) ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Foto:SWR/Zeitsprung Pictures/Wild Bunch
Bertolt Brecht (Lars Eidinger) ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Foto:SWR/Zeitsprung Pictures/Wild Bunch

„Ich möchte dieses große und wichtige Stück der Weltliteratur neu entdecken und es in einen aktuellen und brisanten Kontext stellen. Der Haifisch soll wieder Zähne bekommen. Mir geht es um ein neues Sehen, nicht nur auf Brecht und sein erfolgreichstes Werk, sondern auch um die Erweiterung von Möglichkeiten im Bruch mit Konventionen, in der Kunst und in der Wirklichkeit, in einer Welt, die durch frappierende soziale Ungleichheit zunehmend aus den Fugen gerät“, sagte Joachim A. Lang (Regisseur und Autor)

Und darum geht’s

Nach dem überragenden Welterfolg von „Die Dreigroschenoper“ will nun das Kino den gefeierten Autor des Stücks für sich gewinnen. Doch Bertolt Brecht (Lars Eidinger) ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen.

Foto: SWR/Zeitsprung Pictures/Wild Bunch
Foto: SWR/Zeitsprung Pictures/Wild Bunch

Seine Vorstellung vom „Dreigroschenfilm“ ist radikal, kompromisslos, politisch, pointiert. Er will eine völlig neue Art von Film machen und weiß, dass die Produktionsfirma sich niemals darauf einlassen wird. Ihr geht es ja schlielich nur um den Erfolg an der Kasse.

Während vor den Augen des Autors in seiner Filmversion der Dreigroschenoper der Kampf des Londoner Gangsters Macheath (Tobias Moretti) mit dem Kopf der Bettelmafia Peachum (Joachim Król) Form anzunehmen beginnt, sucht Brecht die öffentliche Auseinandersetzung. Er bringt die Produktionsfirma vor Gericht, um zu beweisen, dass die Geldinteressen sich gegen sein Recht als Autor durchsetzen … Ein Dichter inszeniert die Wirklichkeit – Das hat es noch nie gegeben!

Lars Eidinger, Mackie Messer und ein fulminanter "Dreigroschenfilm"
v.l.n.r. Joachim Król, Christian Redl, Godehard Giese, Claudia Michelsen, Lars Eidinger, Regisseur Joachim A. Lang, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung / nicht auf dem Bild: Robert Stadlober, Peri Baumeister, Britta Hammelstein, Meike Droste, Max Raabe. Foto: Zeitsprung Pictures/Wild Bunch/Stephan Pick